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BILDUNG

07.07.2009

Bundesbildungsministerin spricht sich für Korrekturen an Bologna-Reform aus

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat heute in Berlin die Hochschulen und Länder zu Korrekturen bei der Einführung der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge aufgefordert. Die Studiengänge waren im Rahmen des Bologna-Prozesses eingeführt worden, in dessen Rahmen ein gemeinsamer europäischer Hochschulraum entstehen soll. Eine umfassende Reform der Lehrpläne sei notwendig, so die Ministerin, um die beklagte Stofffülle und Verschulung im Bachelorstudium zu beseitigen. Außerdem sollten die Studienzeitvorgaben flexibler gestaltet und der Zugang zum weiterführenden Masterstudium nicht künstlich beschränkt werden, äußerte sich Schavan. Grundsätzlich hält sie aber an der Reform fest.

20 Studentenvertreter, darunter die Organisatoren des bundesweiten "Bildungsstreiks", und Vertreter der Hochschulrektoren- und Kultusministerkonferenz waren nach massiven Studentenprotesten Mitte Juni auf Einladung der Bundesbildungsministerin zu einem runden Tisch über die Probleme der Bologna-Studienreform nach Berlin gekommen. Vier Stunden sprachen die Teilnehmer über die Probleme, die im Zusammenhang mit der Reform entstanden sind. Während die Ministerin die Auffassung vertrat, das Gespräch habe sich gelohnt, sahen es die meisten Studenten kritischer: "Wir hätten uns mehr Konkretes gewünscht", sagte die Vertreterin vom "fzs", Anja Gadow. Außerdem wiesen Vertreter des "fzs" darauf hin, dass dem Bund nach der Föderalismusreform die Kompetenz fehlen würde, bundeseinheitliche Regelungen zur Bologna-Reform zu treffen.

Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, Margret Wintermantel, sagte: "Wir nehmen die studentische Kritik an der Verschulung des Bachelorstudiums ernst." Sie sprach sich für eine Verminderung der Prüfungsdichte aus. Sie räumte ein, dass es bei der Einführung der Bachelorstudiengänge vor zehn Jahren "Fehlentwicklungen" gegeben habe.

Vor dem Ministerium versammelten sich Vertreter der Proteste spontan zu einer Kundgebung. In der offiziellen Pressekonferenz waren sie nicht zu Wort gekommen. Die Sprecherin Paula Rauch zeigte sich enttäuscht: Verbesserungsvorschläge seien ignoriert worden, auf studentische Forderungen sei nicht eingegangen worden. Sie könne nicht nachvollziehen, weshalb der Öffentlichkeit gegenüber Einigkeit verkündet worden sei. Es sei während des Gespräches nicht ergebnisoffen diskutiert worden.

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