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WISSENSCHAFT

16.01.2009

Haie sind die wahren Opfer

"Wie eine Szene aus dem ?Weißen Hai'" - So oder so ähnlich rauschte es in den vergangenen Tagen durch den Blätterwald, nachdem in Australien mehrere Haiunfälle innerhalb weniger Tage bekannt wurden. Nun stellt das australische Shark Research Institute klar: Nicht die Menschen im Meer sind durch Haie bedroht, vielmehr sind die Haie selbst die bedrohtesten Meerestiere - durch die Menschen.

Drei Attacken in zwei Tagen

Innerhalb nur weniger Tage berichtete die Presse in Australien über mehrere Haiattacken. So wurde einem 31-jährigen Surfer am Fingal Beach durch einen Hai eine schwere Beinwunde zugefügt und an der Küste der Insel Tasmanien die 13-jährige Hannah Mighall von einem großen Weißen Hai angegriffen und schwer verletzt. Ein Paddler kam mit dem Schrecken davon: Sein Kajak wurde von einem Weißen Hai an einem beliebten Strand in einem Vorort von Sydney zum Kentern gebracht wurde, er blieb jedoch unverletzt. Auch der 51-jähriger Schnorchler Brian Guest, der mittlerweile seit mehreren Wochen vermisst wird, wurde wahrscheinlich Opfer einer Haiattacke. In dem Fall war es wahrscheinlich ein Bullenhai, der den Taucher tötete.

Haie sind die wahren Opfer

Reuters veröffentlichte allerdings eine Darstellung des australischen Shark Research Institute, die die Vorfälle in einem vollkommen anderen Licht erscheinen lässt. Nach ihren Angaben werden jedes Jahr 100 Millionen Haie getötet, ein großer Teil davon ausschließlich wegen ihrer Flossen. Über 30 Haiarten werden in den Roten Listen der gefährdeten Arten der International Union for Conservation of Nature (IUCN) als gefährdet gelistet, darunter auch der Weiße Hai. "Haie brauchen unsere Hilfe, und wir können sie nicht aufgrund unserer Angst an den Rand des Aussterbens bringen", sagte Ben Birt vom Australia's Nature Conservation Council gegenüber Reuters, der eine "Save Our Last Sharks"-Kampagne gestartet hat.

"In den vergangenen 50 Jahren hatten wir im Schnitt durchschnittlich 1,2 Todesfälle pro Jahr", zitiert der deutsche Focus John West, den Verwalter des australischen Registers für Haiangriffe im Taronga-Zoo von Sidney. "Die Bevölkerung wächst, immer mehr Menschen gehen ins Meer, im Verhältnis dazu geht die Todesrate eher zurück."

Haie wie der bis über fünf Meter große und über eine Tonne schwere Weiße Hai bevorzugen allerdings vollkommen andere Nahrung als Menschenfleisch - diese Speise ist viel zu knochig und nicht zu vergleichen mit einer fetten Robbe, nach der diese Haie normalerweise jagen. Als opportunistische Jäger greifen sie allerdings alle Tiere an, die potenziell essbar sind und Merkmale ihrer Beute aufweisen, auch Menschen. Tödlich sind entsprechende Attacken vor allem, weil die Haie so groß sind. Nur etwa zwei Dutzend aller Haiarten sind allerdings für den Menschen potenziell gefährlich, vor allem aufgrund ihrer Größe. Zu den aggressivsten gehören dabei der Weiße Hai, der Tigerhai, der Bullenhai und der Großer Hammerhai - sie sind für die meisten Haiangriffen Australiens verantwortlich.

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