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THAILAND

18.09.2011

Wochenlange Überschwemmungen in weiten Teilen Thailands

Andauernde Überschwemmungen haben im Norden und Nordosten Thailands seit Juli mindestens 98 Menschenleben gefordert. Betroffen sind 29 der 76 Provinzen des Landes. Begonnen hatte die Naturkatastrophe im Juli, nachdem es im Zusammenhang mit dem Durchzug des Resttiefs von Taifun Nock-ten zu andauernden Regenfällen kam. Die Auswirkungen des früheren Wirbelsturmes, der auf den Phlippinen rund 50 Personen das Leben gekostet hat und dann über Vietnam hinweggezogen war, haben in Thailand zu hohem Sachschaden geführt.

Mehr als 300.000 Häuser wurden beschädigt oder zerstört, die Stadt Pattaya steht teilweise hüfthoch unter Wasser. Auch die Landwirtschaft ist betroffen, da etwa eine viertel Million Quadratkilometer Ackerland überschwemmt ist. Zahlreiche Straßen sind unterbrochen, im Eisenbahnverkehr kommt es zu erheblichen Verspätungen. Die Überschwemmungen sind auch ein Test für die neue thailändische Regierung unter Premierministerin Yingluck Shinawatra. Ihre Regierung hat bislang den betroffenen Privathaushalten 800 Millionen Baht zur Verfügung gestellt. Mehr als 760.000 Thailänder sind direkt von Hochwasser betroffen.

Seitdem sich die Reste Nock-tens über Nordthailand festgesetzt hatten, führte der jahreszeitlich bedingte Monsun stetig weiter sehr feuchte Luft in die Region. Die Regenzeit in Thailand dauert von August bis Oktober.

Nun befürchten die Behörden, dass manche Teile der thailändischen Hauptstadt, die zumeist nur zwei Meter über dem Meeresspiegel liegt, vom Hochwasser des Chao Phraya überschwemmt werden könnte. Die Hochwasserwelle erreicht nun Bangkok. Nach Angaben aus dem Innenministerium durchfließen in den nächsten Tagen bis zu 3.900 Kubikmeter pro Sekunde die Stauanlage des Flusses in Chai Nat. Das nationale Katastrophenwarnzentrum hat deswegen Bewohner von Bangkok und Samut Prakan aufgefordert, sich auf eine Überschwemmung vorzubereiten.

Einer Sturzflut zum Opfer fiel in dieser Woche auch ein 30-jähriger französischer Tourist, der in einem Nationalpark in der Provinz Prachinburi mit einem Fahrrad unterwegs war. Seine Leiche wurde etwa einen Kilometer von der Stelle gefunden, an der der Franzose von den Wassermassen mitgerissen wurde.

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