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RECHT

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Franz Glötzl

Franz Glötzl (geboren am 13. Oktober 1910; gestorben am 18. Dezember 1942 in Wien) war ein österreichischer Bergmann und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Er wurde vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und geköpft.

Leben und Werk

Glötzl stammt aus dem Burgenland. Es sind kaum biographische Angaben bekannt. Erwähnt wird er im Beitrag über Anton Roth in der Publikation Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten. Gesichert ist: Am 12. August 1942 wurde ihm - gemeinsam mit Ludwig Fabian, Alois Pelzmann und Anton Roth - vor dem Volksgerichtshof der Prozess gemacht. Das Urteil für Franz Glötzl und die drei Mitangeklagten lautete auf die Todesstrafe und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Als Begründung wird Vorbereitung zum Hochverrat genannt. Die Hinrichtung aller vier Angeklagten erfolgte am 18. Dezember 1942 im Landesgericht Wien durch das Fallbeil. Der Oberreichsanwalt beim Volksgerichtshof veranlasste eine Kundmachung der Hinrichtung der vier Widerstandskämpfer mittels öffentlichem Plakataushang. Darauf ist der Name Franz Glötzls falsch geschrieben, es fehlt das erste L.

Literarisch verarbeitet wurde das Schicksal Glötzls von Peter Wagner in einem Requiem. Den Verschwiegenen, der als Quellen Akten des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes angibt. Aus dem Textauszug von Wagners Requiem, einem Doku-Drama, veröffentlicht auf dessen Website, ergeben sich folgende Zusatzinformationen:

  • Egon Arthur Schmidt, Beobachter des Reichspropagandaminsteriums bei VGH-Prozessen, wird am 12.8.1942 in seinem Dienstbuch vermerken: Zu 4. Glötzl, Franz, Bergmann, geb. 1910: Ein geschickter KP-Agitator!

  • "Der Regierungspräsident Tauchen teilt mit, daß im Bergwerk Tauchen mißliche Zustände herrschen, dort erhalten die Arbeiter seit vielen Monaten falsche Löhne, die zu ihren Ungunsten verrechnet worden sind = soziale Mißstände."

  • "Die Unmenschen ziehen sich bewußt zurück von der NS-Propaganda. Sie lesen keine Wandzeitung, keine Tageszeitung, kein Flugblatt, gehen nicht in die Versammlungen und gehen ins Kino, wenn die Wochenschau vorbei ist."

Gedenken

Glötzls Name findet sich auf der Gedenktafel im ehemaligen Hinrichtungsraum des Wiener Landesgerichts. Er ist in der Schachtgräberanlage der Gruppe 40 (Reihe 32/Grab 108) des Wiener Zentralfriedhofes bestattet.

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