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RECHT

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?Abd al-Malik ibn Hab?b

Ab? Marw?n ?Abd al-Malik ibn Hab?b as-Sulam? ( (* 790 bei Huétor Vega in der Vega de Granada; ? 18. Februar 853 in Cordoba) war einer der wichtigsten islamischen Rechtsgelehrten von al-Andalus im 9. Jahrhundert. Er trug maßgeblich dazu bei, dass die malikitische Rechtsschule auf der iberischen Halbinsel heimisch wurde, und war der erste medizinische Autor von al-Andalus. Neben Werken zu Fiqh und Medizin hat er auch Schriften zur Geschichte, Grammatik und Genealogie verfasst.

Herkunft

?Abd al-Maliks Familie stammte aus Toledo und hatte eine Zeitlang in Cordoba gelebt, der Großvater war jedoch während eines Bürgerkriegs nach Elvira, dem späteren Granada, gezogen. Unklar ist, ob die Familie zu den Ban? Sulaim selbst gehörte oder nur in einem Klientelverhältnis zu diesem Stamm stand. ?Abd al-Maliks Vater war als Gewürzhändler (?a???r) tätig und besaß eine Ölpresse.

Leben


Ibn Hab?b wurde 790 in Hisn W?t (= Huetor Vega) geboren. Er studierte zunächst in Elvira und in Cordoba. Zu seinen Lehrern gehörte unter anderem Sa?sa?a ibn Sall?m (st. zwischen 796 und 807), der damals wichtigste Vertreter der Rechtsschule von al-Auz??? in al-Andalus. Im Jahre 822 oder 823 begab sich Ibn Hab?b mit finanzieller Unterstützung seines Vaters auf eine Reise in den Orient. Auf dieser Reise vollzog er den Haddsch und studierte bei verschiedenen Malikiten in Medina und in Ägypten. Zu seinen dortigen Lehrern gehörten Ibn ?Abd al-Hakam, ?Abdall?h ibn al-Mub?rak und der Sohn von Al-M?dschisch?n.

Im Jahre 825 - bzw. nach der Angabe von Ibn Farh?n (st. 1397) im Jahre 831 - kehrte er nach al-Andalus zurück und ließ sich in seiner Heimatstadt Elvira nieder. Nachdem sich sein Ruf als Gelehrter verbreitet hatte, ließ ihn der Emir Abd ar-Rahman II. nach Cordoba holen und ordnete ihn der Klasse der Muftis zu, die zu jener Zeit von dem berberischen Gelehrten Yahy? ibn Yahy? Ibn Ab? ??s? angeführt wurde. Ibn Hab?b hatte häufige Disputationen mit Ibn Ab? ??s? und versammelte in der Freitagsmoschee von Cordoba einen großen Schülerkreis um sich, in dem man ausschließlich seine Werke und den Muwatta' von M?lik ibn Anas las. Um dem Wissen größeres Ansehen zu verschaffen, kleidete sich Ibn Hab?b in Seide, ansonsten soll er jedoch genügsam gewesen sein.

Ibn Hab?b diente auch dem Emir als Berater. In dieser Funktion warnte er den Herrscher vor dem Machtstreben seines Kadis und Verwandten Ibr?h?m ibn al-?Abb?s. Der Emir setzte diesen daraufhin ab. Nach dem Tod von Ibn Ab? ??s? im Jahre 849 erlangte Ibn Hab?b die Führung der Gelehrten in al-Andalus.

Großes Aufsehen erregte seine Unnachsichtigkeit mit einem angesehenen Mann namens Ibn Ach? ?Udschb, der während eines Regengusses eine blasphemische Bemerkung gemacht hatte und deswegen vom Emir inhaftiert worden war. Während der Kadi und die anderen Muftis von einer Verurteilung des Mannes absahen, sprach sich Ibn Hab?b in einem Fatwa für seine Hinrichtung aus und wohnte auch seiner Kreuzigung bei. Als einige Zeit später sein eigener Bruder H?r?n in Elvira wegen blasphemischer Bemerkungen gefangengesetzt wurde und sich die meisten anderen Autoritäten für seine Bestrafung aussprachen, konnte Ibn Hab?b durch Fürsprache beim Herrscher und Abfassung mehrerer Verteidigungsschreiben die Anwendung einer Hadd-Strafe abzuwenden. Die Affäre brachte jedoch ihn und seine Familie stark in Verruf.

Ibn Hab?b besaß in der Nähe von Granada Ländereien und Olivenhaine, die er der Moschee von Córdoba stiftete. Er starb nach Erkrankung an Blasensteinen im Jahre 853 und wurde auf dem Umm-Salama-Friedhof in Cordoba begraben. Er hinterließ zwei Söhne: Muhammad und ?Ubaidall?h.

Werke

Nach eigener Aussage verfasste ?Abd al-Malik insgesamt 1050 Bücher. Mehrere davon müssen allerdings relativ kurz gewesen sein, denn es heißt, dass ?Abd al-Malik die Angewohnheit hatte, zehn Bücher in einem Band zusammenzubinden. Mehrere seiner Werke erstreckten sich auch über eine größere Anzahl von Büchern. Insgesamt hat sich nur ein gutes Dutzend seiner Werke erhalten. Die folgenden davon haben bisher die meiste Aufmerksamkeit erfahren:

  • Kit?b al-W??i?a, Kompendium des malikitischen Rechts, von dem sich nur Fragmente auf Pergament in Qairaw?n erhalten haben, die verschiedene Ritualfragen behandeln. ?Abd al-Malik analysiert bei den einzelnen Themen die einschlägigen Hadithe und kommentiert sie. Die Abschnitte zur rituellen Reinheit wurden von Beatrix Ossendorf-Conrad ediert (Beirut/Stuttgart 1994), die Abschnitte zum Gebet und zum Haddsch von Miklos Muranyi (Beirut 2010).

  • Tafs?r ?ar?b al-Muwa??a?, Erklärungen zu den schwer verständlichen Ausdrücken im Muwa??a? von M?lik ibn Anas, ediert von ?Abd ar-Ra?m?n ibn Sulaim?n al-?U?aim?n (Riyad 2001).

  • Adab an-nis?? bekannt auch als al-Gh?ya wa-l-nih?ya, Werk über den Umgang mit Frauen, ediert von ?Abd al-Madsch?d Turk? (Beirut 1992).

  • As-Sam??, ist ein Traktat zu verschiedenen Rechtsfragen, die er bei seinen Lehrern in Ägypten und Medina angesprochen hatte. Fragmente des Werks auf Pergament haben sich ebenfalls in der Bibliothek von al-Qairaw?n erhalten.

  • ?abaq?t al-fuqah?? min ladun a?-?a??ba wa-man ba?dahum min al-?ulam??, Biographien der Rechtsgelehrten unter den Prophetengefährten und den späteren Generationen, ediert von Ri?w?n Bin-??li? al-?u?ar? (Rabat 2012).

  • at-Ta?r??, Weltchronik, die das Geschehen von der Erschaffung der Welt über die verschiedenen Propheten bis zur Hidschra behandelt, die Ereignisse unter den verschiedenen Kalifen bis al-Walid I. beschreibt und dann die Geschichte Spaniens bis zum Jahr 888 erzählt. Der letzte behandelte Herrscher ist Emir Abdallah von Córdoba. Den Abschluss bilden Kapitel über die verschiedenen Generationen der islamischen Rechtsgelehrten sowie Ausführungen zu verschiedenen moralischen Fragen. Es handelt sich um das früheste Geschichtswerk aus Spanien überhaupt, das vollständig erhalten ist. Die letzten Teile zur späteren Geschichte Andalusiens wurden später von einem Schüler hinzugefügt. Editionen von Jorge Aguadé (Madrid 1991) und ?Abd al-?an? Mast? (Beirut 2008).

  • Kit?b al-Wara?, Sammlung von Überlieferungen zur Gewissensfrömmigkeit, die nur in einer Handschrift der Spanischen Nationalbibliothek erhalten ist, die 1986 von J. Aguadé beschrieben wurde. Die Sammlung umfasst 33 Kapitel und behandelt die subtilen Gefährdungen des Seelenheils. Dem Gläubigen wird empfohlen, mit allem vorsichtig zu sein, was Sünde sein kann oder dazu führen kann. Dazu gehören Dinge zweifelhafter Herkunft, der Umgang mit Herrschern, das Blicken auf ungenügend verschleierte Frauen, Lügen, Zorn, Spott, Beleidigung, zu vieles Reden usw. Händler erscheinen in dem Werk in einem schlechten Licht. Neben Traditionen, die auf Mohammed zurückgeführt werden, stehen solche über andere Propheten sowie über andere Frome wie al-Hasan al-Basr?, Sufy?n ath-Thaur?, ?Umar ibn ?Abd al-?Az?z und ?Abdall?h ibn al-Mub?rak.

  • Wa?f al-firdaus, Beschreibung des Paradieses, gedruckt Beirut 1987.

  • Mu?ta?ar f? ?-?ibb, Kompendium zur Medizin und Gesundheitslehre in drei Teilen, ediert und ins Spanische übersetzt von Camilo Álvarez de Morales and Fernando Girón Irueste (Madrid 1992). Der erste und der dritte Teil sind im Wesentlichen Sammlungen von Hadithen zu magischen Formeln, Bittgebeten, Nahrungsmitteln und Lebensführungsregeln, die der Heilung und Gesunderhaltung dienen sollen. Ibn Hab?bs Beitrag beschränkt sich auf die Kommentierung dieser Hadithe. Der zweite Teil beschreibt verschiedene Arzneien und Pflanzen und ist von hohem lexikographischen Wert. Die griechische Medizin spielt in dem Werk kaum eine Rolle. Es entspricht von seiner Anlage her Werken der Prophetischen Medizin und weist Ähnlichkeiten mit dem sogenannten "goldenen Sendschreiben" (ris?la ?ahab?ya) auf, das dem achten schiitischen Imam ?Al? ibn M?s? ar-Rid? zugeschrieben wird. Die Ähnlichkeiten zeigen sich insbesondere in dem Abschnitt über die Jahreszeiten.

Urteile

Aufgrund seiner außerordentlich umfassenden Bildung wurde ?Abd al-Malik mit Sahn?n ibn Sa??d, dem berühmten Rechtsgelehrten von Nordafrika, verglichen. Manche zogen ihn sogar Sahn?n vor. Die von ihm überlieferten Hadithe wurden jedoch zum großen Teil mit vernichtender Kritik überzogen und als ?ar??ib ("sonderbare, unbestätigte Überlieferungen") abgetan. Ibn al-Farad? (st. 1013) sprach ihm jede Kenntnis des Hadith ab und meinte, dass er "Gesundes" (?a???) und "Krankes" (saq?m) nicht auseinanderhalten könne. Außerdem warf man ihm vor, dass er die meisten Überlieferungen weitertradierte, ohne sie vorher zur Überprüfung seinen Scheichen vorgelesen zu haben, wie es seinerzeit üblich war.

Literatur

Arabische Quellen

  • Al-Q??? ?Iy?? b. M?s? b. ?Iy?? al-Ya??ub?: Tart?b al-mad?rik wa-taqr?b al-mas?lik li-ma?rifat a?l?m madhhab M?lik. Wiz?rat al-Auq?f, Rabat 1965-83. Bd. 4, S. 122-42.

  • Al-?u?an?: A?b?r al-fuqah?? wa-l-mu?addi??n. Ed. María Luisa Avila and Luis Molina. Madrid 1992. S. 245-54.

  • Ibr?h?m ibn ?Al? Ibn Far??n: Kit?b ad-D?b?? al-mu?ahhab f? ma?rifat a?y?n ?ulam?? al-ma?hab. Kairo 1972. Bd. II, S. 8-15.

Sekundärliteratur
  • Jorge Aguadé: "El libro escrúpolo religioso (kit?b al-wara?) de ?Abdalmalik b. ?ab?b" in Actas del XII Congreso de la UEAI (Malaga 1984). Madrid 1986. S. 17-34.

  • Camilo Alvarez de Morales und Fernando Girón Irueste: Compendio de Medicina. Consejo Superior de Investigaciones Científicas, Instituto de Cooperación con el Mundo Arabe, Madrid, 1992.

  • Michael Lecker: "The bewitching of the prophet Muhammad by the Jews: a note a propos 'Abd al-Malik b. Habib's Mukhatasar fi l-tibb" in Al-Qantara 13 (1992) 561-570.

  • M. Huici Miranda: Art. "Ibn ?ab?b" in The Encyclopaedia of Islam. New Edition Bd. III, S. 775a.

  • Juan P. Monferrer Sala: "El Kit?b wa?f al-f?rdaws de Ibn ?ab?b" in al-Mas?q 10 (1998), 83-94.

  • Miklos Muranyi: "?Abd al-Malik b. ?ab?b." Encyclopaedia of Islam, THREE. Brill Online, 2014. Online

  • Beatrix Ossendorf-Conrad: Das K. al-W??i?a des ?Abd al-Malik b. ?ab?b. Edition und Kommentar zu Ms. Qarawiyy?n 809/40 (Abw?b al-?ah?ra). Beirut and Stuttgart 1994.

  • Francisco Pons Boigues: "Ensayo bio-bibliográfico sobre los historiadores y geógrafos arábigo-españoles" Establ. tip. de San Francisco de Sales, Madrid 1898. S. 29a-38a.

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