C6 MAGAZIN
-----------------------------------------------------------------------

RECHT

00.00.0000

Max Hachenburg

Max Hachenburg (* 1. Oktober 1860 in Mannheim; ? 23. September 1951 in Berkeley) war ein deutscher Jurist und Rechtspublizist. Er galt als führender Wirtschaftsjurist seiner Zeit, veröffentlichte unter anderem einen einflussreichen Kommentar zum Handelsgesetzbuch und engagierte sich in den juristischen berufsständischen Vereinigungen.

Leben

Hachenburg entstammte einer angesehenen jüdischen Kaufmannsfamilie in Mannheim, sein Vater Heinrich Hachenburg war dort Handelssensal, seine Mutter Johanna die Tochter des Lehrers (nach anderer Quelle: des Rabbiners) Elias Präger aus Altdorf. Ab 1878 studierte er Rechtswissenschaften in Heidelberg, Leipzig und Straßburg. Sein Doktorexamen legte er 1882 in Heidelberg ab, am 15. September 1885 wurde er als Rechtsanwalt in Mannheim zugelassen. 1889 heiratete er seine Frau Luise (geborene Simons), das Paar hatte zwei Töchter und einen Sohn.

Als fast 80-Jähriger flüchtete er im Juni 1939 vor der nationalsozialistischen Verfolgung zunächst nach Zürich und später weiter nach England, wohin sich bereits sein Sohn in Sicherheit hatte bringen können. 1946 siedelte er in die USA über, wo er fünf Jahre später verstarb. Seine Frau war 1933 verstorben, seine beiden Töchter waren im Konzentrationslager Auschwitz umgekommen.

Wirken

Max Hachenburg war nicht nur ein erfolgreicher Anwalt in Mannheim, sondern durch seine umfangreiche Publikationstätigkeit und das Engagement beim Deutschen Anwaltverein und beim Deutschen Juristentag auch einer der profiliertesten Juristen der Weimarer Zeit. Dazu trug zum einen die Spezialisierung auf das eben erst entstandene Segment des Wirtschaftsrechts bei, zum anderen sein knapper und pointierter Schreibstil, dessen kritische Bezeichnung "Lapidarstil" von ihm selbst als durchaus treffend gesehen wurde. So wie Hermann Staub die systematische Analyse der einzelnen Paragraphen in das Kommentarwesen eingeführt hatte (die "talmudische Methode"), begründete Hachenberg - der unter anderem Staubs BGB-Kommentar nach dessen Tod weiterführte - in den Kommentaren die kritische Würdigung der Einzelvorschriften und Urteile.

Er war regelmäßiger Autor mehrerer bedeutender juristischer Zeitschriften der Weimarer Republik. Für die Deutsche Juristen-Zeitung verfasste er 21 Jahre lang eine wöchentliche Kolumne. In der Juristischen Wochenschrift begründete er gegen den Protest des Reichsgerichts die (bis dahin allgemein unübliche) kritische Besprechung von Gerichtsurteilen.

In seiner Verbandstätigkeit war Hachenburg Mitglied der Ständigen Deputation des Deutschen Juristentags und Vizepräsident des Deutschen Anwaltvereins.

Ehrungen und Nachlass

  • Dr. h. c. der Staatswissenschaften (Universität Heidelberg, 1930)

  • Ehrenmitglied des Deutschen Anwaltvereins (1930)

  • Goldene Ehrennadel der Stadt Mannheim (1930)

  • Dr. h. c. der Wirtschaftshochschule Mannheim (1932)

  • Ehrenbürger der Stadt Mannheim (1949)

  • Schulbenennung in Mannheim

  • Straßenbenennung in Mannheim

Hachenburgs schriftlicher Nachlass wurde 1973 an das Stadtarchiv Mannheim übergeben, sein Grab befindet sich auf dem Jüdischen Friedhof Mannheim. Am Ort seiner ehemaligen Kanzlei, dem Haus B 2,10, ist eine Geschichtstafel der Stadt Mannheim aufgestellt.

Werke (Auswahl)

  • Das Handelsgesetzbuch vom 10. Mai 1897 (mit Ausschluß des Seerechts) auf der Grundlage des Bürgerlichen Gesetzbuches (gemeinsam mit Adelbert Düringer), erste Auflage bei J. Bensheimer, Mannheim 1899 und zahlreiche Folgeauflagen

  • Kommentar zum Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (begründet 1903 durch Hermann Staub bei Guttentag, von Max Hachenburg bei Walter de Gruyter fortgeführt)

  • Lebenserinnerungen eines Rechtsanwalts, Verlag Neue Brücke, Düsseldorf 1927

Literatur

  • Schadt, Jörg (Bearbeiter): Lebenserinnerungen eines Rechtsanwalts und Briefe aus der Emigration, W. Kohlhammer, Stuttgart 2001 (um Dokumente erweiterter Neudruck der Autobiographie von 1927), ISBN 3-17-004827-9

  • Harrison, Roger William; Schadt, Jörg: Max Hachenburg: Lebensabend eines Rechtsanwalts in der Emigration; Mannheim 2001, ISBN 3-926260-51-3

  • MannheimerAnwaltsVerein: Festschrift zum 125-jährigen Bestehen, Mannheim 2004

  • Kleindiek, Detlef: Max Hachenburg - jüdischer Rechtsanwalt und Publizist, Neue Juristische Wochenschrift 1993, S. 1295-1302

Weblinks

    Verwandte Texte:

    RSS Feed Aktuelle Nachrichten als RSS-Feed


    Magazin: Bildung, Panorama, Personen, Politik, Sport, Wissenschaft
    Kultur: Filme, Kalender, Literatur, Musik, Charts, Netzwelt, Termine
    Gemeinschaft: Forum, Gewinnspiele, Newsleter, Kontakt, Umfragen
    Sonstiges: News, Fotos, Themen, C6 Archiv, RSS, Shop, Sitemap, Weihnachten
    Rechtliches: Impressum, Haftungsausschluss

    © 1998 - 2009 C6 MAGAZIN

    Monatsthema
    Nachrichten
    Zuerst hatte der Norddeutsche Rundfunk am Freitag, den 20. November bekanntgegeben, dass Xavier Naidoo Deutschland beim Eurovision Song Contest 2016 vertreten solle, doch einen Tag später war alles anders. ... Lesen
    Der US-amerikanische Präsidentschaftskandidat Ben Carson vertritt eine abenteuerliche Theorie über die ägyptischen Pyramiden: nach seiner Überzeugung dienten diese als Getreidespeicher. Diese Theorie verkündete er bereits im Jahre 1998 und ... Lesen
    Fotogalerie
    Galerie: Acapulco, MexikoAcapulco ist eine im Süden von Mexiko gelegene Küstenstadt direkt am Pazifik. Berühmt ist die Stadt vor allem für seine Klippenspringer. Man findet sie bei den Klippen La Quebrada. Sie springen zu ...
    Termine
    Deutschlandweit
    24.04.Vollmond April 2024
    08.05.Neumond Mai 2024
    23.05.Vollmond Mai 2024
    06.06.Neumond Juni 2024
    22.06.Vollmond Juni 2024
    05.07.Neumond Juli 2024
    21.07.Vollmond Juli 2024
    04.08.Neumond August 2024
    19.08.Vollmond August 2024
    03.09.Neumond September 2024
    13.09.Freitag der 13. (September 2024)
    Ticket-Shop  |  Weitere Termine