C6 MAGAZIN
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POLITIK

10.11.2004

"US-Militärpräsenz im Nahen Osten ist ein Schritt zur feindlichen Übernahme der Welt"

Der amerikanische Schriftsteller Norman Mailer kritisiert scharf die Irak-Politik der US-Regierung. Der Krieg im Irak werde deshalb geführt, weil es für Amerika nur eine einzige Chance gegeben habe, aus seinen wirtschaftlichen Problemen herauszukommen - "den Nahen Osten und seine Ölreserven zu beherrschen", sagte Mailer in einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern. Die US-Militärpräsenz in dieser Region sei zugleich "ein Schritt zur Übernahme vom Rest der Welt".

Dass die USA in den Irak einmarschiert seien, um dem Land die Demokratie zu bringen, sei nur ein vorgeschobener Grund. Leute wie Vizepräsident Dick Cheney und Bushs Berater Karl Rove seien "nicht so blöd", ernsthaft zu glauben, "sie könnten im Irak auf der Stelle eine Demokratie errichten". Cheneys Devise sei es: "Mach, was immer nötig ist, um ans Öl zu kommen. Das gelingt uns, indem wir behaupten, den Nahen Osten zu demokratisieren." Die Demokratie, so Mailer, interessiere Cheney "doch einen Scheißdreck".

Mailer befürchtet, dass sich die USA bei einem Anschlag wie den vom 11. September oder einer große Wirtschaftskrise "in Richtung Faschismus" bewegen. Schon jetzt stünden starke Männer wie Arnold Schwarzenegger bereit. "Der hat mindestens das beste Kinn seit Benito Mussolini."

Mailer setzt sich auch kritisch mit der Entwicklung der US-Wirtschaft auseinander. "In Amerika gab es einmal einen Kapitalismus", so Mailer, "in dem das beste Produkt obsiegte. Das gilt heute nicht mehr. Heute heißt es zum Beispiel in der Autoindustrie: Wir haben ein besseres Stück Scheiße als die Konkurrenz und haben sogar mehr davon verkauft."

Dieser Verbindung von Marketing und Manipulation habe auch George W. Bush seine Präsidentschaft zu verdanken. "Er ist Teil dieser Kultur aus Marketing und Verlogenheit." Wenn John Kerry die Wahl gewonnen hätte, hätte er Bushs Fehler ausbaden müssen. "Ich könnte schadenfroh sein, dass es anders gekommen ist, wenn ich nicht jeden Tag Bushs blödes Gesicht sehen müsste." (Original Pressetext)

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