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Das neue Phänomen "Workplace Violence"Gefrustet, gestresst, überbelastet und unterbezahlt - so fühlen sich immer mehr Arbeitnehmer. Weil sie sich nicht mehr mit ihrem Betrieb identifizieren, haben sie keine Hemmungen, ihn zu schädigen. "Workplace Violence" heißt dieses neue Phänomen, von dem die Zeitschrift Woman berichtet.
Der Kriminalpsychologe Thomas Müller, der in der Vergangenheit auch als Profiler für das FBI arbeitete, untersucht seit einigen Jahren diese Form der Gewalt, Aggression und Zerstörungswut. "Unter 'Workplace Violence' fallen alle Formen destruktiven Handelns am Arbeitsplatz, die eine Firma in Schwierigkeiten bringen können", erklärt Müller. Das tut im Kleinen die Kollegin, die Firmenkugelschreiber und Toilettenpapier mit nach Hause nimmt, genauso wie der Kollege, der eine defekte Frankiermaschine nicht meldet, sodass kein Brief das Unternehmen verlassen kann. "Workplace Violence" im großen Stil bedeutet aggressives Mobbing, sexuelle Belästigung, Erpressung bis hin zur Androhung körperlicher Gewalt.
"In Deutschland ist inzwischen jeder zweite Betrieb von 'Workplace Violence' betroffen", so Müller. Schon jetzt zeichnet sich für ihn ab, dass die Schadenssummen bis "in den dreistelligen Millionenbetrag" gehen. Und das ist erst der Anfang: In den USA, wo das Phänomen bereits seit den 80er Jahren untersucht wird, beträgt der jährliche wirtschaftliche Schaden geschätzte 36 Milliarden Dollar. Müller ist sich sicher, dass die extreme Form von "Workplace Violence" zu einer der größten gesellschaftlichen Herausforderungen der nächsten 30 Jahre werden wird.
Sein wichtigstes Ergebnis: "'Workplace Violence' ist immer ein Ausdruck von Überforderung. Beruflicher Stress ist dabei nur die eine Seite. Kommen noch persönliche Probleme hinzu, etwa Streit mit dem Partner oder Geldsorgen, und fehlt dann die Identifikation mit dem Job, mit der Firma, wird es gefährlich." Müller rät daher: "Chefs müssen sich mehr in ihre Mitarbeiter hineindenken. Sie müssen dafür sorgen, dass sich die Belegschaft mehr mit ihrem Job identifizieren kann." Denn bei permanentem Druck, Überstunden ohne Ausgleich, Budgetkürzungen, Umstrukturierungen oder gar Entlassungen fällt Angestellten diese Identifikation zusehends schwerer. (Original Pressetext) Verwandte Texte:
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