C6 MAGAZIN
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GESUNDHEIT

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Gustavstraße

Die Gustavstraße in Fürth war die alte Hauptstraße der Stadt. Die pittoreske Straße mit ihren Bürgerhäusern aus dem 18./19. Jahrhundert und ihrer ausgeprägten Kneipenszene gilt als Hauptsehenswürdigkeit Fürths, nahezu alle Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Aufgrund von Konflikten zwischen Anwohnern, Gaststätten und Gaststättenbesuchern beschäftigt sie in jüngster Zeit nicht nur den Fürther Stadtrat und die Gerichte, sondern wiederholt auch den Bayerischen Landtag.

Städtebauliche Besonderheiten

Die Bauerngasse (heute: Gustavstraße) war ein Teilstück der Via Publica ( s.u.). Die Funktion als Hauptstraße des Marktes Fürth ging im 18. Jahrhundert auf die parallel verlaufende Rosengasse (später Obere Frankfurter Straße, heute Königstraße) über.

Typisch für die Fürther Altstadt ist auch das in der Gustavstraße besonders hervortretende Durcheinander der Baulinien. Grund dafür ist die sogenannte "Dreiherrschaft", das Bistum Bamberg, die Burggrafen von Nürnberg (ab 1415 Markgrafen von Brandenburg-Ansbach) und die Reichsstadt Nürnberg, standen sich als Rivalen in ihren landeshoheitlichen Ansprüchen auf Fürth gegenüber. Dieser besondere Status Fürths ermöglichte den Bewohnern allerdings auch besondere Freiheiten. Erst als 1791 der letzte Markgraf Karl Alexander sein Fürstentum Ansbach an seine preußischen Verwandten übergab und die einmarschierenden Preußen die Rechte der anderen Grundherren ignorierten, endete für Fürth die Dreiherrschaft. Zum Teil kann man an der Baulinie den Oberherren ablesen: Giebelständige Häuser sind oft bambergisch, traufständige nürnbergisch und Mansardendächer ansbachisch. In der Gustavstraße hat sich An der Einmündung der Baldstraße und an der Henri-Dunant-Straße wird das Straßenbild durch einige Häuser der vorletzten Jahrhundertwende fortgesetzt, womit auch im Altstadtkern die Blütezeit der Stadt dokumentiert ist (Fürth gilt kunsthistorisch als Stadt des Historismus). Die Gustavstraße und das Altstadtviertel St. Michael konnten das Erscheinungsbild einer fränkischen Kleinstadt mit mittelalterlich/barocken Strukturen erhalten, weil die Altstadt im äußersten Mündungswinkel von Rednitz und Pegnitz lag. Im Normalfall (also in anderen Städten) bildet die Altstadt den Siedlungskern, der im Laufe der Zeit vielfach erneuert, überlagert und umstrukturiert wird. In Fürth ergab sich wegen der Randlage der Altstadt keine Möglichkeit der Erweiterung im Altstadtbereich, so verlagerten sich die City-Funktion im 19. und frühen 20. Jahrhundert nach Süden und Südosten, womit die Altstadt mit der Gustavstraße an den Rand der Entwicklung rückte und kaum überformt wurde.

Charakteristisch für die städtebauliche Struktur sind weiterhin die an beiden Seiten der Straße abzweigenden sackgassenartigen Hofbereiche (u.a. Kannengießershof, Roßnershof, Hülßenhof, Blaue Schüssel, Pfarrhof, Grüner Baum, Schuhshof, Kannengießerhof, Hof des Langen Hauses, Rößleinswirtshof, Guter Bauernhof, Meckhof), die aus den ins Mittelalter zurückgehenden ehemaligen Bauernhöfen entstanden sind. Als Teil des Rößleinshofes gehörte die heutige Waagstraße und der Waagplatz auch zur Gustavstraße.

Geschichte

Anfänge


Fürth verdankte seine Gründung wie auch Weiterentwicklung seiner verkehrsgünstigen Lage an einer Furt und einer Handelsstraße. Dementsprechend siedelten sich vor allem an der Hauptstraße schon im Mittelalter zahlreiche Gaststätten an.

Die Straße war Teil der Via Publica, diese Altstraße führte von Brüssel in Flandern über Frankfurt, Würzburg und Nürnberg bis Prag in Böhmen. In Fürth ist sie einer der wenigen Straßen, die nicht geradlinig, sondern leicht geschwungen verläuft. Ursprünglich wurde sie nach Vermutungen des Fürther Historikers Alexander Mayer östlich über die Angerstraße fortgeführt und ging zur für Fürth namensgebenden Furt über die Rednitz und dann an der abgegangenen, der Legende nach von Karl dem Großen gegründeten Martinskapelle vorbei weiter Richtung Frankfurt. Später kam es zu einer ersten Verlegung, so dass die Durchfahrtsachse mehrfach abknickte, von Westen nach Osten: Maxbrücke (ehem. Badbrücke) - nördliche Königstraße (ehem. Untere Frankfurter Straße) - Marktplatz - Gustavstraße. Nach Osten verlief die Fortsetzung ursprünglich auf der alten Landstraße über Muggenhof und der Bärenschanze nach Nürnberg und von dort weiter nach Böhmen und Prag. Die alten Fortsetzungstrassen wurden mit dem von Bau der Chaussee (heutige Nürnberger-/ Fürther Straße) (Fertigstellung 1804) ersetzt. Wohl schon im späten Mittelalter verlagerte sich der Durchgangsverkehr von der Gustavstraße (damals: Bauerngasse) zunehmend auf die mittlere Königstraße (damals: Rosengasse).

Um die Gustavstraße gruppierte sich der mittelalterlich Marktort, bis 1827 hieß sie Bauerngasse (der Name ist seit dem 16. Jahrhundert belegt), da hier die Bauern des Umlandes nach dem Besuch des Fürther Marktes in einem der zahlreichen Gasthäuser (auf vielen der im Nebenerwerb betriebenen Fürther Bauernhöfe lag eine Schankgerechtigkeit) einkehrten. Sie stand seit jeher verkehrs- und funktionsmäßig in enger Beziehung mit dem Marktplatz. Im Jahre 1827 wurde sie nach König Gustav Adolf umbenannt, da man eine Bauerngasse mit dem städtischen Selbstverständnis nicht mehr vereinbar hielt.

Neuzeit


Der schwedische König Gustav Adolf war eventuell am 30. März 1632 und vom 17. bis 19. Juni 1632 im Vorfeld der Schlacht an der Alten Veste der mündlichen Überlieferung nach in der Gaststätte Zum Grünen Baum (Gustavstraße 34), den Belegen zufolge im nahegelegenem Pfarrhaus untergebracht, weswegen er als Namenspatron der Straße gewählt wurde.

Am 23. September 1903 fand die Gründungsversammlung der Spielvereinigung Fürth im Gasthaus Balzer (heute "Zum Alten Rentamt", Gustavstraße 61) statt.

Mit dem Aufstieg zur Industriestadt, dem Anwachsen der Arbeiterbevölkerung und der Einrichtung einer Garnison im Jahr 1889 entwickelte sich aus Teilen des Altstadtviertels ein regelrechtes Vergnügungsviertel mit mehreren Bordellen (Gustavstr. 20/22, Obere Fischerstr. 1, Untere Fischerstr. 5). Der Pfarrer von St. Michael beschwerte sich wiederholt, daß seine Konfirmanden durch dieses anrüchige Gebiet gehen müssten. Daneben gab es auch einige "Winkelhurerei" (Straßenprostitution). Erst als in Folge des Versailler Vertrags die Fürther Garnison aufgelöst werden musste, kehrte etwas Ruhe ein. 1923 wurde die Prostitution aufgrund von Beschwerden im Altstadtviertel und damit auch in der Gustavstraße verboten. Als 1945 die Amerikaner in Fürth eine Garnison einrichteten, eskalierte die Situation wiederum, es kam vor allem zu schweren Ruhestörungen, Lokalschlachten und Schlägereien. Deshalb erklärte die amerikanische Militärverwaltung das Viertel am 6. November 1951 für Off Lmits zwischen 17 Uhr und 6 Uhr früh, kein Amerikaner durfte mehr ohne Ausnahmegenehmigung in diese Zone.

In der Kneipe "Gelber Löwe" trat Freddy Quinn als Hillbilly-Sänger um 1950 vor amerikanischen Soldaten und in Nürnberg bei deren Rundfunksender AFN auf., bevor er 1954 in der Washington Bar in Hamburg-St. Pauli von Talentsuchern für Polydor entdeckt wurde.

In den Folgejahren kam es zu einem Trading-Down des Altstadtviertels und der Gustavstraße, zahlreiche alteingesessene Betriebe mussten schließen, auch die Gastronomie war betroffen. Die Straße und das Altstadtviertel verlor innerhalb der Stadt an relativer Bedeutung. Die relativ sinkenden Mietpreise erhöhten den Anteil Armer, Alter und Ausländer im Viertel, machten das Viertel aber auch für "Pioniere" der Subkultur (Studenten, Künstler) zunehmend interessant. Abgesehen davon war die Bausubstanz zwar in keinem guten Zustand, blieb aber fast vollständig in seiner historischen Form erhalten. So blieben die Straße, die Stadtkirche St. Michael und das verfallene Altstadtviertel auch in der öffentlichen Wahrnehmung immer der historische Kern Fürths. Ab etwa Mitte der 1970er Jahre wurde die Straße durch Sanierungen, eine zunehmend lebendigere Kneipenszene und durch kulturelle Aktivitäten aufgewertet. Damit und mit der faktischen Verkehrsberuhigung ab 1974 (Verlegung der Bundesstraße, s.u.) gewann die Straße wieder an Freizeitattraktivität, die sich unter anderem in der Neueröffnung von Kneipen äußerte. Allerdings verschwanden die meisten Einzelhändler und nahezu alle Handwerksbetriebe, erst jüngst kam es wieder zu Neueröffnungen.

Verkehrsberuhigung, Wiederbelebung und Kneipenstoppbebauungsplan


Bis 1974 war die Gustavstraße ein Teil der Bundesstraße 8, erst mit der Eröffnung der Nordumgehung (Durchbruch Königsplatz) am 7. Mai 1974 konnte der entsprechende Durchgangsverkehr aus der zu eng gewordenen Straße verlegt werden. Der 1974/75 gegründete Altstadtverein Fürth etablierte 1975 den sogenannten Grafflmarkt (Trempelmarkt mit Kulturprogramm), der das Interesse für die Gustavstraße weiter steigerte. Die damit verbundene Entwicklung der Gastronomie machte dem Altstadtverein jedoch wiederum Sorgen, so forderte er in Aktionen im September 1979 eine verkehrsberuhigte Zone Gustavstraße und im Juni 1979 und Dezember 1980 einen "Kneipenstopp". Im Januar 1982 fanden Gespräche mit den Stadtratsfraktionen und im Juli 1982 eine Bürgerbefragung zur Verkehrsberuhigung statt. Am 22. September 1982 befasste sich der Bauausschuss mit der Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes für das Altstadtviertel St. Michael (sog. "Kneipenstoppbebauungsplan") der am 15. November 1982 vom Bauausschuss dem Stadtrat zur Annahme empfohlen wurde. Am 29. August 1983 wurde eine Veränderungssperre zum Entwurf des Bebauungsplanes 001 erlassen und damit de facto der sog. "Kneipenstopp" in der Gustavstraße (und dem Altstadtviertel) verfügt: es durften (theoretisch) ab diesem Zeitpunkt keine weiteren Kneipen mehr eröffnet werden. Im April 1984 erfolgten Gespräche des Altstadtvereins mit dem Bau- und Grünflächenamt sowie eine Podiumsdiskussion im Grünen Baum wegen der Verkehrsberuhigung in der Gustavstraße, ein entsprechendes Konzept wurde ebenfalls dort im Juli 1986 vorgestellt. Am 19. Februar 1988 veröffentlichte die Stadt den damit rechtsverbindlichen Bebauungsplan 001 (Kneipenstoppbebauungsplan). Die baulichen Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung der Gustavstraße erfolgten zwischen August 1987 und September 1988. Am 11. Oktober 1990 erfolgte der Stadtratsbeschluss, große Teile des Altstadtviertels als Sanierungsgebiet auszuweisen, wobei von der Flächensanierung wie am nahegelegenen und vollständig abgerissenen Gänsberg Abstand genommen wurde, die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes Gustavstraße/Rednitzhof/Helmplatz erfolgte am 11. Oktober 1990.

Am 8. Februar 1997 änderte der Stadtrat den Kneipenstoppbebauungsplan dahingehend, dass nun auch die Neueröffnung von mit Gaststätten verbundene Anlagen für Vereine u.ä. ebenfalls verboten ist. Angesichts der florierenden Gustavstraße wurde die Sperrzeit für Freischankflächen im Jahre 2002 probeweise sonntags bis donnerstags auf 23:30 bis 6 Uhr und Freitag und Samstag auf 24 bis 6 Uhr verkürzt. Nach der Probephase änderte der Stadtrat die Sperrzeitverordnung für Gustavstraße Waagplatz, Marktplatz und Königstraße 37 in der Stadtratssitzung vom 26. Februar 2003 dementsprechend ab (Geltungsdauer jährlich 1. Juni bis 31. August). Im Jahre 2005 verkürzte die Stadt die Sperrzeiten der Freischankflächen während Garfflmarktes, es durfte bis 2 Uhr geöffnet bleiben. Am 24. Juni 2009 verlängerte der Stadtrat die Geltung der neuen Öffnungszeiten um den Monat Mai. Durch den Volksentscheid "Nichtraucherschutz" in Bayern finden sich seit 1. August 2010 bis Schluss der Bewirtung im Innenraum (i.d.R. 1 Uhr) rauchende Gäste vor den Gastwirtschaften, die sich naturgemäß unterhalten, was bei den nächtlichen Grenzwerten der TA Lärm zu Überschreitungen führen kann.

Auseinandersetzung seit 2011


Ein im Jahre 2008 zugezogener Anwohner und einige Mitstreiter überschwemmen die Stadt Fürth und die Gaststätten seit dem Jahre 2011 mit einer Flut von Beschwerden und Klagen, die überwiegend erfolgreich waren bzw. erfolgversprechend sind. Mehrere Mediationen brachten keine Lösung. Vor allem geht es um die Außenschankflächen (Anzahl der Sitzplätze und Öffnungszeiten) sowie um Veranstaltungen (Länge und Öffnungszeiten). Der Erfolg der Kläger resultiert vor allem daraus, dass die Gerichte die TA Lärm als Richtschnur hernehmen, obwohl diese die Anwendung auf "Freiluftgaststätten" ausschließt. Das bedeutet für die Gustavstraße als sog. Mischgebiet einen Immissionsrichtwert tagsüber (6 bis 22 Uhr) von 60 dBA, nachts (22 bis 6 Uhr) von 45 dBA. Dies sind Werte, die nach Meinung von Kritikern in der Praxis generell nicht eingehalten werden können. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit bestätigte den Ausschluss (also keine Anwendbarkeit auf die Gustavstraße), das bayerische Wirtschaftsministerium streitet ihn jedoch ab, da mit "Freiluftgaststätten" etwas anderes als Freischankflächen gemeint sei. Die Auseinandersetzung führte zu einem breiten Presseecho, zahllose Zeitungsartikel wie auch Radio- und Fernsehsendungen beschäftigen sich mit dem Thema.

Am 25. Januar 2012 musste der Stadtrat vor dem Hintergrund der laufenden Verfahren eine Sperrzeitverkürzung auf 23 Uhr beschließen.

Da die Stadt Fürth in der Auseinandersetzung einen zunehmend hilflosen Eindruck machte, nahmen verschiedene Initiativen zugunsten der bisherigen liberalen Regelung Stellung. Am 10. November 2012 zog einen Demonstration mit etwa 600 Teilnehmern durch die Fürther Innenstadt, die in der Gustavstraße als Schweigemarsch durchgeführt wurde. Am 13. Juli 2013 stellte der damalige Heimatpfleger Alexander Mayer eine Internet-Petition mit dem Titel Unsere Gustavstraße auf der Plattform change.org online, die am 14. Juli auch in den Petitionsausschüssen des Bundestages und des Bayerischen Landtages eingereicht wurden. Die Online-Petition erreichte innerhalb von zehn Tagen 12.000 Unterstützer (bis 2015: 15.600 Unterstützer). Die Petition fordert die Bundesregierung und die Staatsregierung auf, "alles in ihrer Gesetzgebungskompetenz und im Rahmen ihrer sonstigen Einflussmöglichkeiten zu tun, um folgendes zu gewährleisten: In Straßen oder Bereichen, in denen eine traditionelle Wirtshauskultur besteht, soll die Bewirtung auf den Freischankflächen - zum Beispiel analog der Bayerischen Biergartenverordnung - bis 23 Uhr erlaubt sein. In Straßen oder Bereichen, die Austragungsort traditioneller Veranstaltungen sind, müssen diese Veranstaltungen im gewohnten Umfang durchführbar bleiben". Der Bundestag bestritt jedoch seine Zuständigkeit, weil seiner Meinung nach (im Gegensatz zur Meinung der bayerischen Staatsregierung) die TA Lärm als Bundesregelung nicht anzuwenden sei. Der Wirtschaftsausschuss des Landtages beriet am 5. Dezember 2013 über die Petition. Während sich das Wirtschaftsministerium in einer schriftlichen Stellungnahme ablehnend äußerte, stand der Berichterstatter Markus Ganserer im Ausschuss dem Anliegen positiv gegenüber. Die Entscheidung wurde vertagt, um eine Stellungnahme des Städtetages abzuwarten.

Die SPD-Landtagsfraktion stellte am 6. Februar 2014 einen der Petition ähnelnden Antrag im Bayerischen Landtag, dem zufolge der Freistaat mit einer Verordnung nach Bundes-Immissionsschutzgesetz (§ 23 Abs. 1 und Abs. 2 Satz 1) die Freischankflächen mit den bayerischen Biergärten gleichsetzen solle, was Öffnungszeiten bis 23 Uhr gewährleisten würde . Dieser Antrag wurde von der CSU-Mehrheit im Landtag vom 7. Mai 2014 abgelehnt, obwohl zuvor Ministerpräsident Horst Seehofer Unterstützung zugesagt hatte. Der stellv. Vorsitzender des Umweltausschusses Otto Hünnerkopf bezeichnete im Landtag den "Fall Gustavstraße" als ein lokales Problem, zudem habe sich die Straße zum "Dauer-Oktoberfest" entwickelt. Anfang 2014 zogen drei der Hauptkläger aus ihren Häusern in der Gustavstraße., blieben jedoch im Besitz der Immobilien und waren somit weiter klageberechtigt, wovon sie auch Gebrauch machten.

Klagen gegen traditionelle Veranstaltungen wie den Grafflmarkt und das Weinfest im Jahre 2014 brachten Einschränkungen, die im Falle des Weinfestes zur Absage führten.

Daraufhin bildet sich die Interessengruppe Wir sind die Gustavstraße, die Anfang August 2014 ein Protest-Picknick, im September 2014 mit großer Teilnahme eine Schweigeaktion mit Kerzen zum Grafflmarkt und im März 2015 für eine Fernsehsendung ein demonstratives Einläuten der Freischanksaison veranstaltete.

Die SPD-Bundestagsfraktion führte am 13. April 2015 in Fürth ein "Fachgespräch" mit dem Titel Zusammenleben in der Gustavstraße u.a. mit Staatssekretär Florian Pronold, der Hilfe zugunsten der Kneipengäste noch vor der Bundestags-Sommerpause 2015 versprach, dabei aber sehr unkonkret blieb.

Die Interessengruppe Wir sind die Gustavstraße sammelte von März bis Anfang Mai 2015 fast 10.000 Unterschriften für die Forderungen einer Änderung der TA Lärm bzw. anderer Regelungen zugunsten längere Öffnungszeiten der Freischankflächen und der Feiern in der Gustavstraße.

Siehe auch

  • Liste der Baudenkmäler in der Gustavstraße

  • Ensemble Altstadt (Fürth)

Literatur

  • Heinrich Habel: Stadt Fürth. Reihe Denkmäler in Bayern. Bd. V.61, Hersg.: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Karl M. Lipp Verlag, München 1994, ISBN 3-87490-571-3.

  • Gustavstraße. In: Adolf Schwammberger: Fürth von A bis Z. Ein Geschichtslexikon. Fürth: Selbstverlag der Stadt Fürth, 1968, S. 159

  • Alexander Mayer, Ernst-Ludwig Vogel: Altstadtviertel St. Michael. Städtebilder-Verlag, Fürth 1995, ISBN 3-927347-34-5

  • Alexander Mayer: Zu Wasser, zu Lande und in der Luft. Eine Fürther Verkehrsgeschichte. Sutton Verlag, Erfurt 2010, ISBN 978-3-86680-594-1

  • Barbara Ohm: Fürth. Geschichte der Stadt. Jungkunz, Fürth 2007, ISBN 978-3-9808686-1-7

  • Gerd Walther: Die Fürther Altstadt. Rund um Sankt Michael. Städtebilder-Verlag, Fürth 1990, ISBN 3-927347-21-3

  • Bernd Windsheimer: Geschichte der Stadt Fürth. Verlag C.H. Beck,, München 2007, ISBN 978-3-406-55821-4

Weblinks

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