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GESUNDHEIT

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Circa instans

Circa instans, auch De simplicibus medicinis ist eine Arzneidrogenkunde aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. Es gilt als ein zentrales Werk der Schule von Salerno und umfasst etwa 270 Pflanzenmonografien.

Inhalt

Jedes der etwa 270 Kapitel ist in zwei Abschnitte gegliedert. Im ersten Teil werden neben dem Namen die Primärqualitäten genannt, die Droge wird beschrieben und es werden die Qualitätsmerkmale angegeben. Auf mögliche Fälschungen wird bei teuren Drogen hingewiesen. Abgeschlossen wird der erste Abschnitt jeweils mit Angaben zur Haltbarkeit und zum Wirkspektrum nach der Humoralpathologie. Der zweite Teil eines jeden Kapitels behandelt die Anwendungsmöglichkeiten, mögliche Kombinationen mit anderen Drogen und häufig auch Ersatzmittel.

Als Quellen für das Werk werden in der Fachliteratur meist die Materia medica von Dioskurides und das Liber graduum von Constantinus Africanicus genannt, doch unterscheiden sich die Indikationen teils deutlich. Das Circa instans ist stark mit anderen Werken aus Salerno verflochten.

Urheberschaft

Als möglicher Autor wird Matthaeus Platearius genannt, Mitglied einer berühmten salernitanischen Ärztefamilie. Nicolaus Salernitanus gilt als weiterer möglicher Autor, da dessen Werk Antidorarium Nicolai zu einer ähnlichen Zeit entstanden ist und ein vergleichbares pharmazeutisches Programm vertritt (vgl. Gerabek 2005).

Nachwirkung

Das Circa instans war neben dem Macer floridus und der Materia medica über mehrere Jahrhunderte ein bestimmendes Werk der Phytotherapie. Es gilt als wichtige Quelle für den Gart der Gesundheit (1485), einem der ersten gedruckten Kräuterbücher, das starken Einfluss auf spätere Werke hatte. Mehrere Handschriften sind erhalten und werden heute u.a. in Breslau, Wien und Erlangen aufbewahrt.

Literatur

  • Hans Wölfel: Circa instans. Das Arzneidrogenbuch Circa Instans in einer Fassung des 13. Jahrhunderts. A. Preilipper, Hamburg 1939.

  • Nigel F. Palmer und Klaus Speckenbach: Träume und Kräuter. Studien zur Petroneller "Circa instans"-Handschrift und zu den deutschen Traumbüchern des Mittelalters. Böhlau Verlag, Köln Wien 1990.

  • Konrad Goehl und Johannes Gottfried Mayer (Hrsg.): Editionen und Studien zur lateinischen und deutschen Fachprosa des Mittelalters. Festgabe für Gundolf Keil. Königshausen und Neumann, Würzburg 2000. ISBN 3-8260-1851-6

  • Werner Gerabek: Enzyklopädie Medizingeschichte. Walter de Gruyter, 2005.

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