C6 MAGAZIN
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GREENPEACE

03.09.2013

Greenpeace-Schiff gestoppt - russische Küstenwache durchsucht Arctic Sunrise

Bei Protestaktionen im Nordpolarmeer wurde am 26. August das Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise von der russischen Küstenwache gestoppt und durchsucht. Unter Androhung von Schusswaffengebrauch führten vier Beamte der Viktor Kingisepp eine "Inspektion" auf dem Eisbrecher durch und verhängten eine Vier-Seemeilen-Verbotszone um die Geolog Dmitriy Nalivkin. Vorangegangen war eine Schlauchbootaktion mit "Save-the-Arctic"-Bannern, um mit der permanenten Anwesenheit bei Erdölexplorationen von Rosneft und ExxonMobil deren Aktivitäten in der Karasee zu dokumentieren sowie die Öffentlichkeit auf die Schäden am arktischen Ökosystem hinzuweisen. Die russischen Behörden hatten bereits am 21. August eine Weiterfahrt untersagt.

Hintergrund ist das Engagement von Greenpeace für ein Schutzgebiet "Hohe Arktis", in dem die Förderung von Öl und Gas sowie die industrielle Fischerei verboten werden sollen. Die Arktis dürfe nicht "wirtschaftlichen Interessen geopfert werden". Die deutsche Bundesregierung wurde bereits im April aufgefordert, bei der UNO die Einrichtung eines Schutzgebietes "Hohe Arktis" zu beantragen. Die Arktis gehöre allen Menschen, Thema ist daher auch das Verhindern umweltschädlicher Ausbeutung der ökologisch sensiblen Region nördlich des Polarkreises.

"Die Durchsuchungsaktion der russischen Küstenwache entspricht nicht internationalem Recht und wurde gegen den ausdrücklichen Willen der Crew und unter Gewaltandrohung durchgeführt", so Benjamin Borgerding von Greenpeace Deutschland. Ebenso wenig gerechtfertigt sei eine Vier-Seemeilen-Verbotszone um die Geolog Dmitriy Nalivkin. Seismische Untersuchungen bei der Suche nach Erdöl oder Erdgas haben meist eine verheerende Schallweiterleitung im Meer zur Folge. Diese Schallwellen können bei Walen schwere Schäden zur Folge haben und schlimmstenfalls zum Tod führen. Solche Erdölexploration verstoße im dortigen Arktis-Naturpark gegen russisches Recht. Christoph von Lieven (Greenpeace Deutschland) sieht auch die Bundesregierung in der Verantwortung: Deutschland als mit Abstand größter Abnehmer von russischem Öl und Gas solle seinen Einfluss zum Schutz der Arktis geltend machen.

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