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FRANKREICH

13.01.2015

Paris: Attentäter auf "Charlie Hebdo" sind tot

Die Attentäter, die am Mittwoch, dem 7. Januar 2015, den Terroranschlag auf die Redaktion der Satirezeitung "Charlie Hebdo" verübt haben, sind tot. Im Zusammenhang mit dem Amoklauf in den Redaktionsräumen von Charlie Hebdo starben insgesamt 20 Menschen. Innenminister Bernard Cazeneuve zeigte sich bestürzt über die hohe Anzahl der Toten. Fast 90.000 Soldaten, Mitglieder von Eliteeinheiten und Polizisten waren an der Suche nach den mutmaßlichen Tätern beteiligt.

Die beiden Attentäter, die Brüder Chérif (32) und Saïd (34) Kouachi, die für den Anschlag auf die Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" verantwortlich sein sollen, verschantzten sich, nachdem sie am Donnerstagmorgen 9:30 Uhr 80 Kilometer nordöstlich von Paris eine Tankstelle überfallen hatten, um sich Geld und Essen zu beschaffen, am Freitag dem 9. Januar am Vormittag in einer Druckerei im Ort Dammartin-en-Goële, nordöstlich von Paris. Einem Mitarbeiter der Druckerei gelang es, sich beim Eindringen der beiden Brüder in das Gebäude, in einem Schrank zu verstecken und die Polizei zu benachrichtigen. Gegen 12:30 Uhr belagerte die französische Polizei das Gelände um die Druckerei. Französische Behörden evakuierten drei Schulen in der Nähe und brachten die Schüler in eine entfernte Turnhalle. Dort konnten die Schüler von ihren Eltern abgeholt werden. Beim Zugriff der Einsatzkräfte wurden die beiden Attentäter getötet.

Ein weiterer, mutmaßlich beteiligter Täter, Amedy Coulibaly (32), wurde nach einer erneuten Schießerei, die ebenfalls am Freitag 9. Januar in einem Supermarkt an der Porte de Vincennes im Osten von Paris stattfand, von der Polizei erschossen. Bevor die Polizei den Supermarkt stürmte, tötete Coulibaly vier Personen in dem Supermarkt, der vor allem koschere Ware für Juden anbietet. Dies teilte der zuständige Oberstaatsanwalt François Molins mit. Die französische Polizei hatte zuvor die Ladenbesitzer in der Rue des Rosiers gebeten, ihre Geschäfte zu schließen. In der Rue des Rosiers befinden sich überwiegend jüdische Geschäfte und Restaurants.

Amedy Coulibaly soll bereits am Mittwoch 7. Januar eine Polizistin bei einer Schießerei auf offener Straße im Süden von Paris getötet haben; dabei war ein weiterer Polizist verletzt worden. Der genaue Verbleib von Coulibalys Freundin, der 26-jährigen Hayat Boumeddiene, die Informationen liefern könnte, ist ungeklärt. Zunächst war berichtet worden, Boumeddiene sei an der Schießerei in dem Supermarkt beteiligt gewesen, doch erwiesen sich diese Angaben als falsch. Allerdings war das Fahrzeug, mit dem Coulibaly zur Porte de Vincennes fuhr, auf den Namen Boumeddienes angemeldet. Der türkische Außenminister Mevlüt Çavu?o?lu teilte inzwischen mit, dass Boumeddiene bereits am 2. Januar von Madrid nach Instanbul geflogen sei. Sie habe nach einigen Tagen Aufenthalt am 7. Januar die Türkei in Richtung Syrien verlassen. Hayat Boumeddiene soll im vergangenen Jahr mehr als 500 Telefongespräche mit Izzana Hamyd, der Gattin Chérif Kouachis, geführt haben. Izzana Hamyd soll seit dem Tag des Attentats auf "Charlie Hebdo" von der französischen Polizei verhört werden.

Informationen sind inzwischen auch über Coulibaly selbst bekannt geworden. In den 2000er Jahren verbüßte der in Grigny als einziger Sohn einer Familie mit zehn Kindern aufgewachsene französische Staatsbürger mehrere Haftstrafen. Amedy Coulibaly soll Chérif Kouachi im Gefängnis kennengelernt haben. Spätestens seit ihrer Haftentlassung waren beide Anhänger des Terroristen Jamel (Djamel) Beghal, einem gebürtigen Algerier. In einem Telefonat, mit Journalisten des Fernsehsenders BFM TV, gab Coulibaly einige Stunden vor seinem Tod an, er sei von der Organisation: AQAP (Al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel) missioniert worden und gehöre dem Islamischen Staat an. Er habe sich mit den Kouachi-Brüdern abgesprochen. Ihm sei demnach der Angriff auf die Polizisten zugefallen, während die beiden Kouachis den Angriff auf die Redaktion der Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" ausführten.

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