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AUSTRALIEN

01.02.2011

Queensland: Nach Jahrhundertflut und Zyklon "Anthony" droht neues Unheil

Nach dem Zyklon "Anthony" am Sonntag (30. Januar) droht dem noch unter den Auswirkungen der Jahrhundertflut leidenden nordostaustralischen Bundesstaat Queensland neues Unheil. Von Osten nähert sich der schwere tropische Zyklon "Yasi". Er wird voraussichtlich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (2. und 3. Februar) die Küste zwischen Innisfail und Mackay erreichen, doch rauhe Winde dürften sich auf die gesamte Küste zwischen Cooktown und Maryborough auswirken. Premierministern Anna Bligh hat ihre Mitbürger davor gewarnt, dass der Zyklon sich zum stärksten Zyklon entwickeln könnte, der seit Beginn der Wetterbeobachtungen auf die Küsten Queensland geprallt ist. Die Behörden gehen somit davon aus, dass "Yasi" ebenso stark werden könnte wie Zyklon "Larry", der 2006 große Teile des Bundesstaates verwüstet hatte.

Les Tyrell, der Bürgermeister von Townsville, warnte davor, dass eine bis zu vier Meter über normal reichende Sturmflut niedrig gelegene Bereiche an der Küste überfluten könnte. Ein Teil der Einwohner seiner Stadt müsse wohl ihre Häuser spätestens am Dienstag verlassen. Die Behörden haben bereits begonnen, Kranke und Alte in Sicherheit zu bringen. Das zu den Whitsundayinseln gehörende Hamilton Island wurde bereits evakuiert, am Dienstag (1. Februar) beginnt die Evakuierung von Daydream Island. Die Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals (RSPCA) lässt rund 100 Tiere aus ihrem Asyl nach Brisbane ausfliegen. Gefahr geht jedoch nicht nur von der Sturmflut und Windgeschwindigkeiten von über 100 Kilometern pro Stunde, sondern vor allem von den üblicherweise tropische Wirbelstürme begleitenden Starkregenfällen aus, deren Niederschlagsmenge mehr als 300 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden übersteigen kann. Nach den extremen Regenfällen durch Zyklon "Tasha" und unmittelbar folgende starke Monsunregenfälle ist das Erdreich vielerorts durchweicht und nicht mehr aufnahmefähig. Das Hochwasser ist noch nicht überall abgelaufen und viele Stauseen sind gut gefüllt. Durch die Überschwemmungen im Osten Australiens zur Jahreswende sind mehrere Dutzend Menschen gestorben, einige werden noch vermisst.

Ann Farell vom australischen Bureau of Meteorology verglich "Yasi" ebenfalls mit "Larry", strich jedoch heraus, dass das Windfeld des kommenden Zyklons erheblich ausgedehnter sei. Meteorologe Peter Otto relativierte den Vergleich mit Zyklon "Tracy", der an Weihnachten 1974 die Stadt Darwin verwüstete und zum Tod von 71 Menschen führte. "Zyklon Tracy war unglaublich klein, aber destruktiv. Dieser Zyklon wird größer sein, doch es ist schwer vorherzusagen, ob er mehr Zerstörungen anrichtet", sagte Otto. Ungewöhnlich ist jedenfalls für diese Jahreszeit, dass "Yasi" Zyklon "Anthony" auf dem Fuß folgt und dass innerhalb von wenigen Tagen zwei Zyklone einen nahezu identischen Weg durch das Korallenmeer nehmen. Derzeit herrsche in dem Gebiet eine konstante nach Westen gerichtete Strömung, die sowohl "Anthony" eingefangen habe als auch den ausgewachsenen Zyklon "Yasi" nach Queensland steuere, sagte Meteorologe Greg Connors. "Anthony" hatte nördlich von Bowen die Küste erreicht. Der Zyklons hatte für die Region einen relativ glimpflichen Ausgang. Es entstand nur geringer Sachschaden.

Der Wirbelsturm hatte Bäume entwurzelt und geringer Sachschäden an Häusern verursacht. Townsvilles Bürgermeister Tyrell beurteilt deswegen "Anthony" als Testlauf für die Schadensabwehrkräfte der Region. "Alle Vorbereitungen, die wir für ?Anthony' getroffen haben, werden nun wiederholt, je nachdem was mit Yasi passiert, wenn er näher kommt", sagte Tyrell. "Es war wahrscheinlich ein guter Test für uns, um alle Macken des Systems festzustellen."

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