C6 MAGAZIN
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KLONEN 29.4.2002

Der genetische Copy-Shop - Vision oder Realität?

Der Gleiche oder der Selbe? Diese Frage ist bei einem Klon sicher schwer zu beantworten. Seit das Schaf Dolly "erschaffen" wurde, überschlagen sich die Erfolgsmeldungen über die Gentechnologie und deren Möglichkeiten und Chancen. Aber es ist aufzuzeigen, dass mehr als nur diese Frage diskutiert werden sollte.

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Erst lernten wir die Legende vom Klapperstorch. Später dann hörten wir die Geschichte mit den Bienen. Glaubt man den neuesten Forschungsergebnissen, werden wir unseren Kindern wohl eine ganz andere Geschichte auf die Frage: "Woher kommen die Kinder?", erzählen müssen.

Klonen, was bezeichnet Klonen? Das Wort Klon kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie "Spross". In der Genetik wird der Vorgang des Erschaffens mehrerer Duplikate einer Lebensform als Klonen bezeichnet. Das Erbgut des Klons ist dann gleich mit dem des Originals, jedoch ist der Phänotyp (Charakter, Entwicklung) abhängig vom sozialem Umfeld und dessen Einflüsse.

In der Laufbahn der Genetik gab es schon einige Erfolge. 1997 gelang es zwei britischen Wissenschaftlern, Ian Wilmut und Keith Campbell, ein Schaf zu klonen, welches Dolly genannt wurde. Dolly wurde mit der Verfahrensweise der Zellkern-Transplantation geschaffen. Der Vorgang dieses Verfahrens besteht darin, dass einem Tier in diesem Zusammenhang eine unbefruchtete Eizelle entnommen wird. Der Zellkern der Eizelle wird entfernt um die DNS (Desoxyribonukleinsäure) eines zweiten Tieres zu injizieren.

Das Verschmelzen beider Bestandteile geschieht durch einen elektrischen Impuls, was somit eine Befruchtung in diesem Moment simuliert. Die jetzt geklonte Zelle wird künstlich angezüchtet. Nach erreichen einer bestimmten Größe wird sie einem dritten Tier eingepflanzt, welches die Schwangerschaft und Geburt normal durchlebt. Ob die Klone aber 100% dem Original entsprechen konnte noch nicht festgestellt werden. Es gibt auch noch eine zweite Verfahrensweise um zu klonen, die sich Klassisches Klonen nennt. Hierbei wird die natürliche Zellteilung eineiiger Zwillinge nachgeahmt.

Das Embryonenschutzgesetz (ESchG)
Am 15. Dezember 1990 wurde festgelegt : "(1) Wer künstlich bewirkt, dass ein menschlicher Embryo mit der gleichen Erbinformation wie ein anderer Embryo, ein Fötus, ein Mensch oder ein Verstorbener entsteht, wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit einer Geldbuße bestraft. (2) Ebenso wird bestraft, wer einen in Absatz 1 bezeichneten Embryo auf eine Frau überträgt. (3) Der Versuch ist strafbar." Eine zentrale Rolle wird wohl künftig die Umsetzung der gesetzlichen Vorlagen, die Kontrolle, spielen. Wichtig und entscheidend aber ist eine breite Diskussion, die von jedem getragen werden muss.
    
 
Was sich hier als Erfolg der Genforschung darstellt, wirft doch eine Vielzahl von Fragen auf, deren Beantwortung nicht so eindeutig ist. Ein Aspekt von vielen ist, dass durch diesen Eingriff in die Evolution der Fundalismus der Natur zerstört würde. Die Entwicklung der Natur besteht durch die natürliche Fortpflanzung; welche Auswirkungen könnten folgen wenn wir in unsere Evolution eingreifen? Zum Schluss ist es eine Verletzung des Individualismus, der Einzigartigkeit des Lebens. Ob Golem oder Frankenstein, der Traum, Menschen künstlich zu erschaffen, scheint nun endlich wahr zu werden.

Ohne Zweifel ist die Verfügbarkeit dieser Technologie auf die gleiche Stufe zu stellen wie die Entdeckung der Kernspaltung. Doch die Geschichte zeigt auch, dass die Ergebnissse nicht immer und ausschließlich zum Wohle der Menschen angewendet wurden. Auch eine wohlgemeinte Anwendung der Klon-Technologie birgt Konsequenzen, deren Folgen zur Zeit nicht absehbar sind. Es ließen sich an dieser Stelle eine Vielzahl von Schreckensszenarien entwerfen. Genauso aber auch humanistische Visionen. Hollywood & Co lieferten schon einige beeindruckende Beispiele. Die ethische Diskussion ist in vollem Gange. Dementsprechend gestaltet sich auch die nationale und internationale Gesetzgebung.
Katharina Seeger
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Artikel vom 29. April 2002

Kommentare über Klonen

Uwe Klingner am 07.05.2002:
Gratulation, Katharina! Wir brauchen mehr von Deiner Sorte ;-)))


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