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REISE 27.10.2006

Illusionen und Stille im Big Apple

New York. Eine Stadt an der Ostküste der Vereinigten Staaten von Amerika in der Mietpreise von 3.000 Dollar pro Monat keine Seltenheit sind. Eine Stadt, in der Armut von der Insel Manhattan, dem Herzen New Yorks, verdrängt wird und eine Stadt deren Multikultur sich nicht nur in den fast schon legendären Stadtteilen wie Little Italy und Chinatown zeigt.
Der Times Square bei Nacht mit seinen unzähligen Reklametafeln
© KARSTEN J. KLEE
Der Times Square bei Nacht mit seinen unzähligen Reklametafeln
Wenn man zum ersten Mal den Times Square erblickt stockt einem der Atem. Es bietet sich ein Blick auf den Kommerz der heutigen Welt an. Wer etwas auf sich hält präsentiert seine Werbung genau an diesem Ort. Die Reklametafeln scheinen heller als die Lichter von Las Vegas und geben nachts zusammen mit unzähligen Touristenströmen das Gefühl es sei Tag. Nicht weit entfernt lockt Macy's, das größte Kaufhaus der Welt, welches einen gesamten Block einnimmt. Als deutscher Staatsbürger erhält man hier nach Anmeldung als "Visitor" Rabatt auf seine Einkäufe. Ebenfalls erlaufen kann man sich die Strecke bis hin zum Rockefeller Center, das zur Weihnachtszeit von dem berühmten Weihnachtsbaum geziert wir. Dieser beeindruckt meist mit einer Höhe von mindestens 20 Metern.

Ein weiteres Highlight des Big Apple findet sich südlich des Times Square: das Empire State Building, welches nicht zuletzt durch den Film "Schlaflos in Seattle" bekannt ist. Möchte man dessen Spitze erklimmen um sich mit jemandem zu treffen oder einfach nur die Aussicht zu genießen, so muss man zunächst Absperrungen durchlaufen, wie man sie von Warteschlangen in der Post oder am Flughafen kennt. Darauf folgen Sicherheitskontrollen. Ergebnis: das Stativ muss leider unten bleiben. Grund ist die zu große Unfallgefahr. Erst dann darf man Tickets kaufen und nach einigen Aufzügen erreicht man die Etage der Besucherterrasse. Tom Hanks wurde der Aufstieg im Film um einiges erleichtert. Der normale Tourist muss sich hingegen erst noch einen Souvenirshop passieren bevor er die Aussicht genießen darf.

Spielzeug ohne Action

Auch wer sich schon immer mal im Spielzeugladen "Duncans" aus dem Film "Kevin – allein in New York" verzaubern lassen wollte muss mit einer Enttäuschung rechnen. Findet man den von den New Yorkern beschriebenen "famous Toy-Store", so steht man vor einem hoch modernen Betonbau am süd-östlichen Ende des Central Park. Beim Betreten entsteht leicht der Gedanke an einen Museumsbesuch. Bei näherem Nachfragen bei einem der Mitarbeiter stellt sich heraus: lediglich zwei Szenen wurden hier für den Film gedreht. Mit einem mitleidigem Lächeln fügt er hinzu: "Ein Geschäft wie Duncans existiert nicht. Höchstens in der Phantasie!"

Ground Zero: Eine Mutter erklärt ihrer Tochter die Ereignisse vom 11. September 2001
© KARSTEN J. KLEE
Ground Zero: Eine Mutter erklärt ihrer Tochter die Ereignisse vom 11. September 2001
Nach all diesen Erfahrungen geht es mit der legendären Subway New Yorks Richtung Finanz Distrikt. Während der Fahrt sieht man die verschiedensten Menschen. Die meisten starren vor sich hin, einige hören laute Musik. Fast jeder wirkt jedoch teilnahmslos. Man kennt die U-Bahn aus Filmen, allerdings wartet man in der Realität vergeblich auf etwas Action wie beispielsweise Bruce Willis mit einer Bombe unter dem Arm und dem lässigen Kommentar: "Keine Panik!" Die Fahrt endet an dem Platz den Hollywood wohl lieber auf eine andere Art verfilmt hätte.

Trauer, Schweigen und Hoffnung

Mitten in Manhattan befindet sich ein Ort der Stille. Wo früher das World Trade Center stand herrscht heute Schweigen. Betrachtet man nur den vorherrschenden Geräuschpegel, so fühlt man sich nicht wie in einer Stadt, die ohne das nahe liegende Umland über acht Millionen Einwohner zählt. Der Platz ist an jeder Ecke geschmückt von Postkarten, Gedichten, Blumen, Kerzen und weiteren Erinnerungen. Gemeinsam mit den Namen der Opfer erinnern an den 11. September 2001. Eine Frau steht mit ihrer Tochter vor dem Ground Zero und versucht ihr zu erklären was damals geschehen ist. Die Frage des Mädchens, auf die wohl niemand wirklich eine Antwort weiß: "Aber Mama, warum ist das passiert?"

Schon seit Jahren wird immer deutlicher, dass sich nur noch wohlhabende Menschen ein Leben in Manhattan leisten können. Alle anderen leben in Vororten wie beispielsweise Brooklyn. Arne Klein aus Osnabrück beginnt im Januar 2007 ein einjähriges Arbeitsjahr in New York. "Ich werde von meiner Firma dorthin versetzt und freue mich riesig auf die Zeit dort! Als Kind war ich schon mal in New York und total fasziniert von der Skyline und der Atmosphäre. Am meisten mochte ich Little Italy – an Weihnachten ist dort alles grün und rot dekoriert. Abgesehen davon hoffe ich auf den Start einer großen Karriere! Wie sagte Frank Sinatra so schön", fragt er und lacht. Richtig: " If I can make it there, I'll make it anywhere!”

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Artikel vom 27. Oktober 2006

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