C6 MAGAZIN
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BILDUNG 22.5.2005

Kein Schüleraustausch ohne Probleme?

Aller Anfang ist schwer. Deshalb geben wir eine kleine Einstiegshilfe in die aufwendige Vorbereitung und Planung eines Schüleraustauschs. Antworten auf Fragen, die sich jeder stellt, eigene Erfahrungsberichte und ein Preisvergleich der wichtigsten Austauschorganisationen.
Bevor man an die Abreise denken kann muss einiges organisiert sein: ein Schüleraustausch regelt sich selten ohne Aufwand
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Bevor man an die Abreise denken kann muss einiges organisiert sein: ein Schüleraustausch regelt sich selten ohne Aufwand
Zugegeben, es ist ganz und gar nicht leicht sich als Elternteil oder zukünftiger Austauschschü-ler durch diesen Dschungel von Austauschorganisationen zu kämpfen. Ein Werbespruch ver-lockender als der andere - und doch irgendwie alle gleich. Ein Preis höher als der andere - und doch eigentlich alle zu teuer. Von der einen Seite hört man von gerade Wiedergekommenen, die gar nicht mehr nach Deutschland zurück wollten, von der anderen Seite eine Katastro-phenmeldung nach der anderen. Von Jugendlichen, die auf Stroh schlafen mussten, als billige Putzfrau benutzt wurden oder für die gar nicht erst eine Gastfamilie gefunden wurde. Und das Schlimmste daran: die perfekte Organisation, bei der nur glückliche Schüler zurückkommen, scheint es nicht zu geben. Oder doch?

Zunächst sollte man sich wohl klar machen, was eine Austauschorganisation leisten soll und kann. Natürlich kann man eine nette Familie, eine schöne Stadt und eine ordentliche Schule vermittelt bekommen, aber - einmal unabhängig davon, was nett, schön und ordentlich für den Einzelnen bedeutet – ist das noch lange keine Garantie fürs Glücklichsein. Was wir also von YFU, AFS, IST, AIFS, AYUSA, EF - und wie sich alle nennen - erwarten können, ist eine Befriedigung dieser Mindestumstände. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger!

Im Voraus gilt es meistens eine Menge Papierkram zu erledigen. Formulare ausfüllen, Briefe schreiben, Fotos machen… Alles Dinge, die man natürlich gerne tut, um so die perfekte Fami-lie zu finden. Dass die wenigsten der Gastfamilien die Briefchen und Fotos am Ende jemals zu Gesicht bekommen, scheint dabei eine organisationsübergreifende Krankheit zu sein. Nachdem man stundenlang angekreuzt hat, ob man lieber ein, zwei oder drei Gastgeschwister hätte, lieber in einer kleinen oder einer großen Stadt leben und in seiner Freizeit lieber schwimmen oder Skifahren würde, kann es gut passieren, dass man sich am Ende bei einer kinderlosen Familie in einem Dorf weit ab von Strand und Bergen wieder findet. Naja, man möchte ja nicht rumnörgeln, nicht am ersten Tag schon den Eindruck erwecken, als wäre man nicht in der Lage sich anzupassen. Aber wozu dann all die Fragen und Kreuzchen, fragt man sich. Also, lieber von vornherein nicht zu genau festlegen. Einfach überraschen lassen!

Preisvergleich Austauschorganisationen
Hier eine kleine Auswahl einiger der bekanntesten Austauschorganisationen und ihrer Preise für ein Schuljahr (etwa zehn Monate) in den USA (zzgl. Visum, Taschengeld, ggf. Schulbücher usw.):
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Alle Angaben ohne Gewähr! Stand: Mai 2005

Viel gezahlt – und wer bekommt das alles?

Wohin geht eigentlich das ganze Geld, das man für so einen Austausch bezahlt, mag sich manch einer fragen. Das von den meisten Organisationen angebotene, durchschnittlich zweitägige Vorbereitungsseminar in Deutschland kann wohl kaum so kostspielig sein. Auch der Flug deckt meist nicht viel mehr als ein Zehntel des Gezahlten ab, soweit er überhaupt im Preis enthalten ist. Die Vorortkoordinatoren, die sich um den Austauschschüler kümmern bzw. als Ansprechpartner zur Verfügung stehen sollen, tun dies nach eigener Erfahrung nur in einem derartigen Mindestmaß, dass auch sie kaum der Grund für den hohen Preis sein können.

Und die Gastfamilien, die eigentlichen Mühe- und Kostenträger? Nur bei einigen wenigen Organisationen bekommen sie eine kleine Aufwandsentschädigung. Normalerweise aber sol-len sie sich damit begnügen, als `Förderer des interkulturellen Austauschs´ dazustehen. So soll vermieden werden, dass einzelne Familien – was immer wieder vorkommt – durch die Aufnahme eines Austauschschülers versuchen, ihr Einkommen aufzustocken. Nicht selten hört man schreckliche Geschichten dieser Art. Aber liegt das wirklich an der Tatsache, dass die Familien einen kleinen Betrag kriegen – was doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte - oder vielleicht doch eher an der ungenügenden Vorauswahl durch die Organisationen?

Auch abzüglich der anfallenden Kosten für Personal, Versicherungen und eventuell Visa bleibt für die Organisationen also noch eine so hohe Summe, dass jeder Austauschschüler ein Recht auf eine mehr als ordentliche Durchführung seines Programms hat. Bei Problemen kann ich nur jedem raten, jede mögliche Hilfe über die Koordinatoren oder über die Eltern bzw. die Geschäftstelle in Deutschland einzufordern, denn eigentlich sollte auch hier gelten: der Kunde ist König!

Ansonsten nehmen sich die vielen Organisationen im Großen und Ganzen wohl nicht viel. Da bleibt einem nur noch zu versuchen, ein paar hundert Euro am Preis zu sparen. Denn letztlich kann nur jeder selbst dafür sorgen, dass sein Austausch ein voller Erfolg wird. Die Chancen, dass einem das gelingt, stehen gar nicht mal so schlecht. Denn ein Schüleraustausch ist und bleibt eine absolut einmalige und prägende Erfahrung nicht nur für den Lebenslauf. Wenn möglich einfach ganz ohne lästige Organisationen und einfach auf privatem Wege…
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Artikel vom 22. Mai 2005

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