C6 MAGAZIN
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AUSLANDSSEMESTER 11.5.2005

"¿Te guta Epaña?"

Ein Auslandssemester in Murcia - eine Handvoll Österreicher, viele Leute aus aller Welt, "Murcianisch" und meine klitzekleinen Anlaufschwierigkeiten...
Ein gemütlicher Mädelsabend unter Erasmus-Studentinnen...
© URSULA SIMMETSBERGER
Ein gemütlicher Mädelsabend unter Erasmus-Studentinnen...
"Warum möchten Sie denn ein Auslandssemester machen, Frau Simmetsberger?" "Naja, ich möchte eine andere Lebensweise kennenlernen,…. Und natürlich meine Spanischkenntnisse verbessern." "Und warum ausgerechnet Murcia?" "Naja, es reizt mich eigentlich, dass wir dort eine neue Partneruni haben und die Stadt finde ich auch spannender als Madrid oder Barcelona!" An meiner Heimatuniversität, der Fachhochschule St.Pölten, wo ich Medienmanagement studiere, ist es nicht allzu schwer, an einen Auslandsstudienplatz zu kommen. Es studieren dort nur etwa 1.000 Studenten in vier Studiengängen und pro Semester wagen sich davon etwa 25 in eine unserer Partneruniversitäten ins Ausland.

Mitte Februar war es auch für mich soweit: ich wagte mich als eine von fünf StudentInnen meiner FH nach Murcia, wo wir ein Semester an einer ganz neuen Partneruniversität meiner FH, de Universidad Católica San Antonio de Murcia" (oder kurz UCAM), verbringen würden. Da die guten Spanier leider mit Internet nicht viel am Hut haben und wir es uns und unseren Spanischkenntnissen nicht zugetraut haben, telefonisch eine Wohnung zu finden, mussten wir uns, ohne zu wissen wohin in Murcia, auf den Weg machen.

Eine lebhafte Diskussion in unserer WG
© URSULA SIMMETSBERGER
Eine lebhafte Diskussion in unserer WG
Schon an unserem ersten Tag grasten wir (Florian, ein Studienkollege von mir, Alexandra, die im Jahrgang unter mir ist, und ich) die öffentliche Universität auf der Suche nach Wohnungsangeboten ab. Angebote gab es zwar viele, nur waren die meisten Wohnungen schon vergeben. Etwas frustriert machten wir uns wieder auf den Weg zu der Jugendherberge, in der wir unsere erste Nacht verbracht hatten. Als wir an einem Maklerbüro vorbei kamen, entschlossen wir uns, mal einen Blick reinzuwerfen…

Schon etwa eine Stunde später hatten wir unsere Traumwohnung gefunden: zentral gelegen, groß, hell, drei Schlafzimmer, zwei Badezimmer, komplett eingerichtet, supernette Vermieter – perfekt! Die Zimmer waren zwischen uns dreien auch rasch aufgeteilt. Wir hatten zwar eigentlich vorgehabt, nicht zusammenzuziehen, weil wir ja schließlich Spanisch lernen wollten, aber so schlimm war das dann doch nicht…

Wir hatten allerdings nicht viel Zeit, uns an unserer Wohnung zu freuen, schließlich mussten wir ja an der UCAM unsere Inskriptionsformalitäten hinter uns bringen. Angél, der Verantwortliche des Oficina de Relaciones Internacionales (ORI), war mit der Situation offenbar völlig überfordert und gab uns erst mal einige Formulare zum Ausfüllen. Wir mussten warten, bis der Chef des ORI auftauchte. Dieser warf einen Blick auf die Kurse, die wir ausgewählt hatten, und teilte uns mit, dass leider die meisten Lehrveranstaltungen nur im Wintersemester angeboten werden. Jedes Fach hat eine bestimmte Anzahl von ETSC-Credits, von denen wir, damit unser Auslandssemester voll angerechnet wird, 30 sammeln müssen.

Die Kathedrale von Murcia - im Herzen der Stadt
© URSULA SIMMETSBERGER
Die Kathedrale von Murcia - im Herzen der Stadt
Also ging es für uns so weiter, dass wir unseren Studienplan umwerfen mussten und gerade mal zwei der ursprünglichen Kurse beibehalten konnten. Allerdings konnten sich auch unsere neuen Kurse sehen lassen: Spanisch, Producción y Diseño Multimedia (Multimediaproduktion und –design), Movimientos Artisticos Contemporáneos (zeitgenössische Kunstströmungen), Fotoperiodismo (Fotojournalismus), Guión Audivisual (Drehbuch) und Planificación, Gestión y Promoción de la Actividad Física y de Eventos Deportivos (Planung, Management und Promotion von körperlicher Aktivität und Sportevents). Die ersten Vorlesungen waren wirklich hart, aber mittlerweile ist es kaum mehr ein Problem für uns, einer Unterrichtseinheit folgen zu können und die Professoren haben uns, die immer pünktlichen "estudiantes Erasmus" schon recht "lieb gewonnen"… Ein großes Problem für uns ist allerdings immer noch der recht eigenwillige Dialekt der Murcianer, die großen Spaß daran zu haben scheinen, die Hälfte ihrer Wörter zu verschlucken. So wird aus "Muchacha, ¿te gusta España?" ein "Acha, ¿te guta Epaña?" - man muss erst mal draufkommen, was das heißen soll....

Leider wurde die ganze Zeit hindurch von Seiten der Uni relativ wenig dafür getan, uns Erasmus-Studenten und die Spanier zusammenzubringen. So bleiben wir Erasmusse relativ für uns. Mein Freundeskreis hier besteht mittlerweile aus einigen Deutschen (Ricarda, Susanne, Johannes, Janine), zwei Franzosen (Remi und Renata), einem Engländer (Ryan), zwei Polinnen (Edyta und Rita), zwei Italienerinnen (Carlotta und Rita) und einem Belgier (Adrian). Wir unternehmen recht häufig etwas zusammen und es haben sich schon wirklich tolle Freundschaften entwickelt.

Langsam aber sicher geht unser Auslandssemester leider auch schon seinem Ende zu. Ich habe vorgestern meinen Heimflug gebucht – am 21.Juni geht es für mich wieder nach Österreich. Obwohl ich mich schon auf zu Hause freue, werde ich die Stadt, die Leute, die Uni,… ach, einfach alles vermissen.
Vorher stehen mir aber noch meine ersten Exámenes auf Spanisch bevor… ob ich das wohl schaffe? Aber… eigentlich habe ich mir die selbe Frage schon vor meinem Semester gestellt….
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Artikel vom 11. Mai 2005

Weiterführende Links
- UCAM: http://www.ucam.edu
- Erasmus-Programm: http://www.esn.org/

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