C6 MAGAZIN
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WM 2006 23.5.2006

Der deutsche WM-Kader 2006

Am 15. Mai 2006 war es soweit. Bundestrainer Jürgen Klinsmann stellte der Nation seinen 23-köpfigen WM-Kader vor. Neben Stammspielern und den üblichen Verdächtigen hatte „Klinsi“ allerdings auch einige faustdicke Überraschungen im Gepäck. Hier nun eine kleine Vorstellung der Spieler mit denen der Bundestrainer vor hat die Weltmeisterschaft zu gewinnen.
Bundestrainer Jürgen Klinsmann stellte den WM-Kader am 15. Mai vor
© MASTER CARD
Bundestrainer Jürgen Klinsmann stellte den WM-Kader am 15. Mai vor
Der von Jürgen Klinsmann nominierte 23-köpfige Kader unterteilt sich in Schlussmänner, Abwehr- und Mittelfeldspieler und Stürmer. Personell sieht das Ganze wie folgt aus.

Tor
Jens Lehmann (36 Jahre, FC Arsenal, 29 A-Länderspiele, Rückennummer 1)*: Das Jahr hatte so schön angefangen für Lehmann. Top-Leistungen im Verein und Klinsmann ernennt ihn zur Nummer eins. Doch dann die rote Karte im Champions-League-Finale. Es ist zu hoffen, dass er dieses Ereignis während der WM vergessen kann und bei den Spielen nicht ganz so risikoreich agiert wie es ihm einige Experten öfter einmal nachsagen.

Oliver Kahn (36 Jahre, Bayern München, 84 A-Länderspiele, Rückennummer 12)*: Wie Kahn mit seinem Dasein als deutsche Nummer zwei umgeht überrascht sicher viele. Ob selbstironische Webespots mit Waldemar Hartmann oder faire Worte nach Lehmanns roter Karte im Champions-League-Finale. Es bleibt abzuwarten ob der "Titan" diesem Verhalten auch während der WM treu bleibt. Sportlich ist Kahn wie eh und je stark auf der Linie. Die manchmal wackelige Strafraumbeherrschung dürfte bei Klinsmann ein wichtiger Aspekt in der Entscheidung für Jens Lehmann gewesen sein.

Timo Hildebrand (27 Jahre, VFB Stuttgart, 3 A-Länderspiele, Rückennummer 23)*: Mit dem VFB Stuttgart spielte der Schlussmann eine äußerst durchwachsene Saison. Sollte der Super-Gau von Lehmann und Kahn Verletzungen ausbleiben, wird Hildebrand wohl ohne eine Sekunde WM-Spielzeit wieder nach Stuttgart fahren.

Abwehr
Bei der WM wird Oliver Kahn auf der Bank platz nehmen müssen
© VEREIN KINDERHILFE ORGANTRANSPLANTATION
Bei der WM wird Oliver Kahn auf der Bank platz nehmen müssen
Arne Friedrich (26 Jahre, Hertha BSC Berlin, 34 A-Länderspiele, Rückennummer 3)*: Der eigentlich gelernte Innenverteidiger dürfte mit die sicherste Position in der ersten Elf haben. Friedrich spielt mittlerweile sowohl im Verein als auch in der Nationalmannschaft den rechten Außenverteidiger. Da Klinsmann die beiden Alternativen auf dieser Position (Patrick Owomoyela und Andreas Hinkel) erst gar nicht für den WM-Kader nominiert hat, bleibt nur Arne Friedrich. Wenn dieser sich verletzten sollte würde wohl der gelernte offensive Mittelfeldmann Bernd Schneider auf die rechte Abwehrseite rücken.

Robert Huth (21 Jahre, FC Chelsea, 15 A-Länderspiele, Rückennummer 4)*: Das Hauptproblem des jungen Innenverteidigers ist mangelnde Spielpraxis. Des Öfteren sitzen ihm bei Chelsea diverse Weltklasse Spieler vor der Nase und Huth versauert auf der Bank. Mittlerweile zieht er sogar einen Vereinswechsel nach der WM in Betracht. Um der DFB-Elf aber helfen zu können und kein Sicherheitsrisiko in der Innenverteidigung zu sein, hätte dieser Wechsel wohl schon vor einigen Monaten hätte passieren müssen.

Marcell Jansen (20 Jahre, Borussia M’gladbach, 4 A-Länderspiele, Rückennummer 2)*: Der jüngste Spieler im Kader ist auf der linken Seite sowohl defensiv als auch offensiv einsetzbar. Jansen ist einer der wenigen "echten" Linksfüßer in der Mannschaft und falls sich Philipp Lahm doch nicht rechtzeitig von seiner Verletzung erholen sollte eine gute Alternative für dessen Position.

Per Mertesacker (21 Jahre, Hannover 96, 20 A-Länderspiele, Rückennummer 17)*: Mertesacker gilt in der Innenverteidigung als gesetzt. Trotz zuletzt schwächerer Leistungen im DFB-Dress fehlen gute Alternativen für diese Position. Der Mann von Hannover 96 leistet solide Abwehrarbeit und für sein relativ junges Alter hat er verhältnismäßig viel Länderspielerfahrung.

Christoph Metzelder (25 Jahre, Borussia Dortmund, 19 A-Länderspiele, Rückennummer 21)*: Die Nominierung Metzelders stand lange auf der Kippe. Der 25-jährige gilt als äußerst verletzungsanfällig und deshalb als Risikofaktor. In der dünn gesäten Reihe guter, deutscher Innenverteidiger spielt er aber eine Rolle. Wenn die Fitness stimmt kann er dem DFB-Team mit seiner Spielintelligenz durchaus weiterhelfen.

Jens Nowotny (32 Jahre, Bayer Leverkusen, 45 A-Länderspiele, Rückennummer 6)*: Die Nominierung des Spielers von Bayer Leverkusen sehe ich in erster Linie als Klinsmannsche Inkonsequenz an. Auf der einen Seite kündigt er mit großen Worten die Verjüngung der Mannschaft an, mustert etliche Spieler aus, inszeniert beim Thema Christian Wörns eine Art Seifentheater und dann holt er den eigentlich schon lange auf dem Abstellgleis stehenden Jens Nowotny zurück ins Team.

Philipp Lahm (22 Jahre, Bayern München, 17 A-Länderspiele, Rückennummer 16)*: Im Vorbereitungsspiel gegen Luckenwalde zog sich der rechtsfüßige Linksverteidiger eine Verletzung am linken Ellenbogen zu. Eigentlich fast gesetzt bei Jürgen Klinsmann bleibt abzuwarten wie schnell und wie gut sich Lahm erholt.

Mittelfeld
Michael Ballack (29 Jahre, Bayern München, 63 A-Länderspiele, Rückennummer 13)*: Die Lichtgestalt des deutschen Fußballs! Na ja. Sicher, an guten Tagen reißt Michael Ballack das Spiel an sich, köpft wichtige Tore und gibt den Leitwolf. Leider allzu oft versteckt sich der Mann der nächstes Jahr beim FC Chelsea spielen wird in wichtigen Spielen und glänzt einzig durch überharte Fouls. Mir ist der Kommentar eines Fernsehmoderators im Ohr. "Ballack brennt", sagte dieser ehrfürchtig bei einem Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen einen bestenfalls zweitklassigen Gegner. Es bleibt zu hoffen das Michael Ballack auch "brennt" wenn es eventuell gegen Nationen wie Brasilien, England oder Italien gehen sollte.

Tim Borowski (26 Jahre, SV Werder Bremen, 17 A-Länderspiele, Rückennummer 18)*: Borowski als Ballack-Ersatz abzustempeln greift meiner Meinung nach zu kurz. Der Mann von Werder Bremen ist im Mittelfeld fast auf jeder Position einsetzbar und zu gut um die ganze WM hinter Ballack zu versauern. Eine sehr gute Saison in Bremen bestärkt Borowski als überlegenswerte Alternative im Mittelfeld.

Torsten Frings (29 Jahre, SV Werder Bremen, 49 A-Länderspiele, Rückennummer 8)*: Torsten Frings ist zentral defensiv gesetzt. Bei Werder Bremen spielt er zwar nicht immer auf genau dieser Position, aber eine rundum klasse Saison spricht für sich. Er ist einer der routiniertesten Spieler im kompletten Kader und falls Not am Mann sein sollte auch vielseitig einsetzbar.

Thomas Hitzlsperger (24 Jahre, VFB Stuttgart, 13 A-Länderspiele, Rückennummer 15)*: Alibi-Linksfuß und Ergänzungsspieler kamen mit bei dem Akteur vom VFB Stuttgart in den Sinn. Dass er nach einer sehr schwachen Saison doch noch auf den WM-Zug aufspringen konnte überrascht wohl fast jeden.

Sebastian Kehl (26 Jahre, Borussia Dortmund, 25 A-Länderspiele, Rückennummer 5)*: Der Dortmunder setzte sich im indirekten Zweikampf gegen Fabian Ernst durch. Zentral defensiv ist Kehl hinter Torsten Frings die Nummer zwei und Ernst sitzt zuhause vor dem Fernseher. Kehl, der in der Vergangenheit einige Male wegen unsportlichem Verhalten und längeren Sperren aufgefallen war, ist aber nicht mehr als ein Ergänzungsspieler.

Bernd Schneider (32 Jahre, Bayer Leverkusen, 61 A-Länderspiele, Rückennummer 19)*: Insofern Schneider auch nur eine halbwegs solide Vorbereitung spielt, dürfte er seine Position in der ersten Elf sicher haben. Jürgen Klinsmann hat schon oft betont wie wichtig ihm Schneiders Erfahrung innerhalb der Mannschaft ist. Da Sebastian Deisler verletzt ausfällt und eine Nominierung von Mehmet Scholl durch Klinsmann kategorisch ausgeschlossen wurde, bleiben neben Schneider auch nicht mehr allzu viele Alternativen.

Bastian Schweinsteiger (21 Jahre, Bayern München, 25 A-Länderspiele, Rückennummer 7)*: Der spielstarke Dribbler von den Bayern kann sowohl links als auch rechts für Wirbel sorgen. Wie sein Freund Lukas Podolski blüht Schweinsteiger in der Nationalmannschaft regelrecht auf. Wenn alles erwartungsgemäß läuft steht "Schweini" wohl in fast allen Spieler in der ersten Elf.

Angriff
Gerald Asamoah (27 Jahre, FC Schalke 04, 38 A-Länderspiele, Rückennummer 14)*: Asamoah ist die Kampfmaschine im deutschen Sturm. Geht es darum etwas defensiver aufzustellen, sich gegen körperlich starke Außenverteidiger durchzusetzen oder den Ball zu halten ist, der Spieler von Schalke 04 genau richtig. Er ist zwar nicht die personifizierte Torgefahr, aber in letzter Zeit doch des Öfteren mal für ein Tor gut.

Mike Hanke (22 Jahre, VFL Wolfsburg, 6 A-Länderspiele, Rückennummer 9)*: Hanke ist eine der weiteren Überraschungen im WM-Kader. Obwohl der Wolfsburger eine schlechte Saison hinter sich hat und für die ersten beiden WM-Spiele definitiv gesperrt sein wird (der Grund ist eine rote Karte im Confed-Cup 2005) nominierte ihn Klinsmann. Ob beispielsweise ein Kevin Kuranyi da nicht hilfreicher gewesen wäre bleibt die große Frage.

Miroslav Klose (27 Jahre, SV Werder Bremen, 52 A-Länderspiele, Rückennummer 11)*: Klose ist der Torschützenkönig der abgelaufenen Bundesligasaison. Nebenbei bereitete er auch eine Menge Tore vor und ist im Sturm die deutsche Nummer eins. Schnelligkeit, Sprungstärke, Vielseitigkeit und Torgefahr zeichnen den Bremer aus.

Oliver Neuville (33 Jahre, Borussia M’gladbach, 52 A-Länderspiele, Rückennummer 10)*: Neuville ist mit seinen 33 Jahren der Oldie im DFB-Team. In der abgelaufenen Bundesligasaison erzielte er 10 Treffer und auch in der Nationalmannschaft lieferte er in letzter Zeit gute Spiele. Vor allem in der Vorrunde kann ihm eine Schlüsselrolle zukommen. Nach Klose und Podolski ist er dann wohl nämlich der torgefährlichste deutsche Stürmer.

David Odonkor (22 Jahre, Borussia Dortmund, 0 A-Länderspiele, Rückennummer 22)*: Odonkor war wohl die größte Überraschung in Jürgen Klinsmanns WM-Kader. Ohne jegliches A-Länderspiel wurde der Flügelstürmer vom Bundestrainer für die WM nominiert. Ob und wie Odonkor dem DFB-Team helfen wird ist fraglich. In 73 Bundesligaspielen erzielte der Mann von Borussia Dortmund ganze zwei Tore. Torgefahr sieht anders aus!

Lukas Podolski (20 Jahre, 1. FC Köln, 22 A-Länderspiele, Rückennummer 20)*: Ob Lukas Podolski beim 1. FC Köln bleibt, zu Bayern München geht oder sich eine dritte Möglichkeit eröffnet ist noch nicht sicher. Was aber sicher ist, ist das Podolski neben Miroslav Klose der wohl torgefährlichste Stürmer ist. Der dribbelstarke Youngster kann am Ball fast alles und an guten Tagen Spiele alleine entscheiden. Podolski im Eröffnungsspiel nicht in der ersten Elf zu sehen wäre überraschend.

Auf Abruf
Robert Enke (Tor - Hannover 96, 0 A-Länderspiele*), Fabian Ernst (Mittelfeld - FC Schalke 04, 24 A-Länderspiele*), Paul Freier (Sturm - Bayer Leverkusen, 18 A-Länderspiele*), Manuel Friedrich (Abwehr - FSV Mainz 05, 0 A-Länderspiele*), Kevin Kuranyi (Sturm - FC Schalke 04, 35 A-Länderspiele*), Patrick Owomoyela (Abwehr - SV Werder Bremen, 11 A-Länderspiele*).

* : Für alle Angaben gilt der Stand vom 15. Mai 2006.
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Artikel vom 23. Mai 2006

Weiterführende Links
- DFB: www.dfb.de

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