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John Butler Trio im Prime Club, Köln

John Butler und sein Trio füllen in Australien und den USA längst größere Hallen. Wie man am 27. Oktober beim ausverkauften Köln-Gig der Australier sehen kann, sind sie auch in Deutschland auf dem besten Weg dorthin. Wegen der großen Nachfrage wurde das Konzert in einen größeren Club verlegt und dort brannte Butler mit seinen Mannen vor wenigen Tagen ein regelrechtes Feuerwerk an Spielfreude, Improvisationen und guter Laune ab.
John Butler beim Konzert
© VERA HOELSCHER
John Butler beim Konzert
Für mich war das Publikum in zwei Hälften geteilt. Zum einen die nervigen Drängler, die im randvollen Prime-Club jede Chance, auch wenn es keine war, nutzten, sich trotz später Ankunft weiter vorne zu platzieren. Und zum anderen die, die dieses Drängeln über sich ergehen ließen. Eine Wahl hatte man ja nicht. Sicher sah man bei anderen Konzerten schon chaotischere Szenen, aber die niedrige Bühne (John Butler spielt seine Gitarre fast ausschließlich im Sitzen) und die etwas unübersichtliche Raumaufteilung des Prime-Clubs (Streben in der Mitte, Toiletten vorne links neben der Bühne etc.) waren nicht gerade publikumsfreundlich. Das der Gig aus dem geringfügig kleineren Gebäude 9 (sehr publikumsfreundlich was die Bühne und die Raumaufteilung angeht) in den Prime-Club verlegt wurde ist schade, aber leider nicht zu ändern gewesen.

Aber nun zum Konzert. Den Anfang nahm der Abend um kurz nach 21 Uhr, als der Support Christoph Baumgärtner (genannt "Baum") die Bühne betrat. Er spielte eine gute halbe Stunde und das ganze mit den Adjektiven "angenehm" und "sympathisch" zu beschreiben bringt es wohl auf den Punkt. Den wenigsten im Prime-Club ein Begriff, hatte Baum das Publikum schnell auf seiner Seite. Dass er nach dem kurzen "im Sitzen spielen", dem Publikum zuliebe, im Stehen weitergespielt hat war ein dicker Pluspunkt.

Bassist Shannon Birchall
© VERA HOELSCHER
Bassist Shannon Birchall
Um kurz nach 22 Uhr betraten dann Butler und sein Trio die Bühne. Neben John Butler an der Gitarre sind das Michael Barker am Schlagzeug und Shannon Birchall am Bass (elektrisch und Stand-up). Bereits der Opener "Bound to ramble" vom aktuellen Album "Sunrise over sea" begeisterte. Butler am Banjo, ein perfekter Seteinstieg. Fortan groovte und spielte sich die Band durch lautstark gefeierte Songs wie "Treat yo Mama", "Earthbound child", "Company sin" oder das grandiose, mit einer kleinen Geschichte zu sympathischen Anti-Bush Amerikanern eingeleitete, "Oldman".

Der Schwerpunkt lag deutlich auf Songs des neuesten Albums "Sunrise over sea". Jeder wurde mit einer frischen und einzigartigen Livenote versehen. Ältere Songs und "Klassiker" im John Butler Trio Katalog fehlten aber keineswegs. Die älteren Songs "Betterman" und "Ocean" wurden ebenfalls ausgepackt. Vor allem "Betterman" wusste mehr als zu überzeugen. Frenetisch feierte das Publikum die Jam-Session in der Mitte des Songs. Jeder der drei Musiker bekam eine lange Soloeinlage und wusste diese individuell großartig und zur Freunde der Zuhörenden zu nutzen.

In der Mitte des Sets verließen Birchall und Barker kurzzeitig die Bühne und Butler spielte ein paar Solosongs. Speziell "Peaches & Cream", ein Lied über Butlers kleine Tochter und seine Frau, erzeugte Gänsehaut und war für mich der Höhepunkt des kompletten Abends. Anfänglich noch durch nervige statische Handygeräusche (die Butler sehr lustig in den modifizierten Text einbaute) gestört, entwickelte sich der Song zum "Publikums-Mitsing-Hit" des Abends und zauberte Butler ein dickes Lächeln ins Gesicht. In der Mitte des Songs stiegen Bassist und Schlagzeuger wieder mit ein und anschließend ging es mit Krachern wie "Something’s gotta give" oder "Hello", weiter.

Nach kurzer Unterbrechung waren dann die Zugaben dran. Zuerst kam die Butler-Banjo-Solo-Nummer "Damned to hell" und danach noch u.a. eine tolle Version von "Zebra". Um kurz nach Mitternacht war das Konzert dann endgültig vorbei. Geschaffte, aber sehr zufriedene Zuschauer verließen den Prime Club. In vielen Köpfen wahrscheinlich mit zwei Gedanken. Der eine beschäftigte sich mit dem, was man gerade sehen durfte, und der andere damit, wann man das Trio hierzulande wieder bestaunen darf.
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Artikel vom 29. Oktober 2005

Weiterführende Links
- Homepage vom John Butler Trio: www.johnbutlertrio.com
- Homepage von : www.superrockstar.com

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