C6 MAGAZIN
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WEB RADIO 14.4.2005

GVL Kills The Radio Star?

Die Zeit, in der private Radiocaster kostengünstig ihre liebste Musik einer kleinen Gemeinde über eigene Web-Radio Sender vorspielen konnten sind scheinbar gezählt.

© WWW.GVL-PROTEST.DE
Die Erfahrung, dass die großen Radiosender mit ihrem Werbepartnerorientierten 0815-Programm und einer einseitigen Musikauswahl mächtig nerven können, haben wohl schon so einige von uns gemacht. Beim Zappen durch die Frequenzen bietet sich immer wieder das gleiche akustische Einerlei aus Top10 und "Alternativ-Musik", das sich munter mit Werbespots und Stauinformationen abwechselt. An Geschmäckern abseits des Mainstreams werden meist lediglich die Schlager und Klassikfreunde mit einem auf sie ausgelegten Programm beglückt.

Umso erfreulicher war in den letzten Jahren das steigende Angebot an kleinen und größeren Internet-Radiosendern zu beobachten, das zumindest online jeden Geschmack abdecken konnte. Ob Swing, unbekannte Bands mit oder ohne Plattenvertrag oder uralte Country-Klassiker. Gespielt wurde die Musik, die die Webcaster mögen, und aufgrund des breitgefächerten Geschmacks der weltweiten Internetcommunity ist das eben so ziemlich alles. Private Nutzer konnten mit Software wie Shoutcast zwischen Arbeitsalltag und Schlafen gehen eine Radiosendung machen und Profis mieteten Server und entwickelten mit einem 24 Stunden Programm große Fangemeinden.

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Als Reaktion errichteten einige Anbieter die Protestseite (http://www.gvl-protest.de/), auf der sie ihre Argumente gegen das Gebührenkonzept vorbringen und bekamen einen Brief von der GVL, in dem sie die Argumente beschwichtigt und mit einem Auszug der eigenen FAQ kontert. Als Reaktion findet man auf der Protestseite ein Rechenbeispiel, das das Webradio als ein mehr als teures Hobby darstellt. Zudem fordern die Betreiber eine Änderung des Systems, durch die die Betreiber Gebühren prozentual zu den Werbeeinnahmen abgeben müssen.

Ob der Protest der Webcaster zum Erfolg führt ist eher unwahrscheinlich. So kommt es durch das neue Tarifsystem zur praktischen Umsetzung der "survival of the fittest" Evolutionstheorie und bringt (vielleicht wie von den Plattenbossen erwünscht) die meisten kleinen Webradios zum Verstummen.
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Artikel vom 14. April 2005

Weiterführende Links
- Protestseite: http://www.gvl-protest.de
- GVL: http://www.gvl.de

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