C6 MAGAZIN
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FILM 7.5.2006

Mission Impossible 3. Tom Cruise in unmöglicher Mission.

Nach einem flachen "Krieg der Welten" spielt Tom Cruise zum dritten Mal den Geheimagenten Ethan Hunt. In einem unterhaltsamen und spannenden Actionfilm beweist er, dass er zwar ein guter Alleinunterhalter, aber weniger ein ernstzunehmender Schauspieler ist.
Tom Cruise als Ethan Hunt
© UIP
Tom Cruise als Ethan Hunt
Wenn langsam das Licht angeht, man umhüllt vom Dunst Hollywoods den Saal verlässt und vor dem Kino abrupt in die Realität zurückgerissen wird, bleibt man vor dem Plakat von "Mission Impossible III" stehen und fasst die Kritik zu diesem Streifen in zwei Wörtern zusammen: Tom Cruise.

Zugegeben, kürzer kann eine Kritik kaum sein. Dabei ist sie nicht nur kurz, sondern auch wertfrei. Und spätestens jetzt hat man ein Problem, denn Cruise hat es einem gerade in letzter Zeit schwer gemacht, unvoreingenommen über seine Arbeit als Schauspieler zu urteilen. Eben noch tollte er bei Oprah Winfrey auf der Couch und äußerte, er wolle die Plazenta seines Kindes essen, jetzt will er als Agent mit Charakter die Welt retten und den Blockbuster des Jahres landen. Es fällt schwer, die Ein-Personen-Vermarktungsindustrie Tom Cruise noch ernst zu nehmen.

Sein neuer Film besteht zu hundert Prozent aus ihm selbst. Von Teamgeist keine Spur. Cruise ist der Held, alle anderen Darsteller sind nur Staffage. Er ist Produzent und Hauptdarsteller. Sein Name prangt als einziger auf dem Filmposter. Er ist das erste und das letzte Gesicht des Films. "M:I:3" ist Cruise.

Schusssicher: Ethan Hunt (Tom Cruise) befreit seine Schülerin (Keri Russell)
© UIP
Schusssicher: Ethan Hunt (Tom Cruise) befreit seine Schülerin (Keri Russell)
Bei seinem dritten Abenteuer als Geheimagent Ethan Hunt, wollte sich Mr. Impossible nicht mehr allein auf Spezialeffekte verlassen, wie er das noch bei "M:I:2" getan hatte. Emotional sollte der Film werden, einen menschlichen Agenten mit Charakter zeigen. Ohne Zweifel muss Cruise vom Erfolg von "Alias" und "Die Bourne Identität" inspiriert und geblendet worden sein. Anders sind die Schwächen des Drehbuches, das anfangs recht flott und spritzig daherkommt, nicht zu erklären.

In seinem dritten Abenteuer arbeitet Ethan Hunt zunächst nicht mehr im aktiven Außendienst, sondern bildet den Nachwuchs aus. Als eine seiner Rekrutinnen (Keri Russell) bei einer Mission in Gefangenschaft gerät, bittet man ihn, die Befreiungsaktion zu leiten. Nur widerwillig lässt er sich darauf ein, schließlich ist er verlobt und will seine Tarnidentität und sein ruhiges Leben an der Seite seiner Frau (Michelle Monaghan) nicht gefährden. Hunt macht sich auf den Weg, befreit seine Schülerin und kommt einem schmierigen Waffenhändler (Philip Seymour Hoffman) auf die Schliche. Der wiederum entführt seine Verlobte und erpresst Hunt. Den Rest kann man sich denken.

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Ein Agentenfilm mit Tiefgang hatte es werden sollen. Das war Cruise wichtig. Künstlerische Differenzen wie mit John Woo, der aus "Mission Impossible II" einen reinen Action-Reigen gemacht hatte, sollte es nicht mehr geben. Deshalb inszenierte der Fernsehmann Abrams die Fortsetzung von Cruises Serienadaption. Und wie schon gesagt, macht er das eigentlich auch nicht schlecht. "M:I:3" bietet zunächst einmal alles, was der klassische Agentenfilm braucht: Spannung, exotische Drehorte und Action.

Aber das Drehbuch. Es ist ein bisschen so, als ob man eine gute Idee gehabt hat und bei den Stellen, an denen es knifflig wurde, in einem der zahlreichen Lehrbücher zum Thema "Wie mache ich einen erfolgreichen Kinofilm?" nachgeschlagen hat. Die Auflösung des Films ist unverständlich, die einzige Figur mit Tiefe, Philip Seymour Hoffman als Owen Davian, wird nicht weiter ausgebaut und auf Cruise als liebestollen Agenten hätte man gerade jetzt am besten verzichten können. Als Ethan Hunt löst Tom Cruise selbstverständlich die unmögliche Mission. Sein privates Vorhaben aber, endlich ein guter Schauspieler zu werden, scheitert.

Nichtsdestotrotz ist M:I:3 ein spannender und actionreicher Action-Thriller. Wer sich an dramaturgischen Mängeln und seichten Dialogen nicht stört, der ist für einen unterhaltsamen Kinoabend mit diesem Film gut beraten.


Mission Impossible III
USA, 2006
Regie: J.J. Abrams
Mit: Tom Cruise, Ving Rhames, Philip Seymour Hoffman, Laurence Fishburne, Billiy Crudup, Jonathan Rhys Meyers, Maggie Q, Keri Russell
Verleih: UIP
126 Minuten
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Artikel vom 7. Mai 2006

Weiterführende Links
- Die offizielle Seite zum Film: http://movies.uip.de/mi3/

Kommentare über Film

S.Zapf am 12.08.2006:
Habe alle 3 MI Teile gesehen, fand Teil 1 besonders gut,Teil2 eher flach,Teil3 unmöglich! T.Cruise wird immer schwächer, nicht gerade überzeugend und selbstherrlich wie nie! Seine Auftritte in der Öffentlichkeit sind überzogen und peinlich. Seine eigenartige Babyperformence geschmacklos.Ich hoffe dem armen Kind wiederfährt nichts von dem was berichtet wird.


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