C6 MAGAZIN
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KINO 12.11.2005

Pubertierende Magier

"Harry Potter und der Feuerkelch", der vierte Teil der Erfolgsreihe um den jungen Zauberschüler ist ein im doppelten Sinne fantastischer Film geworden.
Ganz schön düster: Im neuen Harry Potter Film geht es so düster zu, wie noch nie.
© © 2005 WARNER BROS. ENT. © J.K.R
Ganz schön düster: Im neuen Harry Potter Film geht es so düster zu, wie noch nie.
Die nunmehr vierte Harry Potter-Verfilmung kommt ins Kino und natürlich werden sich auch diesmal die Karten an der Kinokasse verkaufen wie geschnitten Brot, haben die von J.K. Rowling erdachten Geschichten um den jungen Magier und seine Freunde Ron und Hermine, die in Hogwarts das Zaubern erlernen, doch einen erstaunlichen Siegeszug rund um den Globus angetreten. 1,4 mal könnte man den Äquator mit Büchern auslegen, läge man alle verkauften Potter-Bücher nebeneinander und an der Kinokasse sind die Geschichten nicht minder erfolgreich, denn alle drei bisherigen Teile gehören zu den 15 erfolgreichsten Filmen aller Zeiten.

In "Harry Potter und der Feuerkelch" verbringt Harry sein viertes Jahr in Hogwarts und es soll ein gefährliches werden. In diesem Jahr findet nämlich in Hogwarts das Trimagische Turnier statt, ein Wettbewerb, in dem Schüler aus drei Schulen gegeneinander antreten und sich schwierigen und gefährlichen Aufgaben stellen. Die Überraschung ist groß, als neben den so genannten Champions, den jeweiligen Vertretern der Schule, auch Harrys Name vom Feuerkelch ausgespuckt wird, obwohl er das vorgeschriebene Mindestalter eigentlich noch gar nicht erreicht hat. So muss er also an dem Turnier teilnehmen, gegen Drachen kämpfen, ein Abenteuer im dunklen See bestehen und sich schließlich durch ein gefährliches Labyrinth kämpfen. Aber das sind noch nicht alle Gefahren, die Harry zu bestehen hat, inzwischen kommt nämlich auch Lord Voldemort wieder zu Kräften und demonstriert seine Macht, indem er während der Quidditch-WM das Dunkle Mal aufsteigen lässt und somit die Zaubereigemeinde in Angst und Schrecken versetzt. Und als ob das noch nicht genug Probleme wären gilt es auch noch eine Tanzpartnerin für den großen Ball zu finden…

Glücksgriff Mike Newell

Nach Chris Columbus bei den ersten beiden Teilen und Alfonso Cuarón beim dritten Film sitzt nun Mike Newell auf dem Regiestuhl, ein Regisseur der unter anderem schon sowohl eine gute Komödie ("Vier Hochzeiten und ein Todesfall") als auch einen herausragenden Thriller ("Donnie Brasco") gedreht hat. Das passt, denn der vierte Band der Erfolgsreihe ist genau auf diese beiden Genres, auf die beiden Handlungsstränge des Trimagischen Turniers und der Bedrohung durch Lord Voldemort einerseits und der weiteren Entwicklung von Harry, Ron und Hermine, die inzwischen im pubertären Teenageralter angekommen sind, andererseits, reduziert. Und Newell macht daraus einen sehr guten, zu jeder Zeit unterhaltsamen Film, der an der einen (und immer richtigen) Stelle witzig ist und an anderer Stelle einen hervorragenden Spannungsbogen entwirft und die härtesten und düstersten Bilder zeigt, die in einem Harry Potter Film bisher zu sehen waren. Unterstützt wird das von der inzwischen hervorragenden Tricktechnik, die im ersten Teil zum Beispiel ja noch desolat war.

Ganz schön gefährlich: Ron, Harry und Hermine (Rupert Grint, Daniel Radcliffe, Emma Watson v.l.) meistern wieder manches Abenteuer
© © 2005 WARNER BROS. ENT. © J.K.R
Ganz schön gefährlich: Ron, Harry und Hermine (Rupert Grint, Daniel Radcliffe, Emma Watson v.l.) meistern wieder manches Abenteuer
Aber trotzdem "Harry Potter und der Feuerkelch" dadurch zu einem wirklich außergewöhnlichen Film wird, werden sich die Geister an ihm scheiden. Eine Entwicklung die schon beim Vorgänger zu beobachten war, wird hier nämlich weiter vorangetrieben. Hielt sich Chris Columbus noch sklavisch an die Vorlagen, und vor allem konnte das überhaupt noch, da der Umfang der ersten beiden Bände eine einigermaßen vollständige Verfilmung zuließ, wurden im dritten Teil viele Dinge gestrichen, um trotz des in den Vorlagen stetig wachsenden Umfangs noch einen Film zeigen zu können, der in ungefähr 150 Minuten anzusehen ist. Das gleiche passiert hier wieder, nur noch extremer, denn die Vorlage ist noch dicker. So sieht man den ganzen Film über nichts, das nichts mit den beiden Handlungssträngen zu tun hat, und so wohnt man beispielsweise nur genau einer Unterrichtsstunde bei und auch die Quidditch-WM wird nur im Ansatz gezeigt. Die Einen wird das nicht weiter stören, weil das, was denn dann gezeigt wird, so gut ist, aber denjenigen, die schon nach dem letzten Teil mehr Werktreue anmahnten und für weniger Kürzungen plädierten, wird das hier noch weniger gefallen. Wirklich problematisch wird das langsam, aber sicher allerdings für diejenigen, die die Bücher nicht gelesen haben, streift der Film durch die Kürzungen an einigen Stellen jetzt doch die Grenzen des ohne Hintergrundwissen Verständlichen. Das Ganze hätte aber nur genau eine Alternative, den Film nämlich, ähnlich wie Tarantino das bei "Kill Bill" gemacht hat, in zwei Teilen herauszubringen. Ob das wirklich besser wäre, darf bezweifelt werden, bleibt aber wohl letztlich Geschmackssache.

"Harry Potter und der Feuerkelch" ist ein fantastischer Film geworden und erneut ist die aktuelle die zusammengekürzteste aber beste Verfilmung der Erfolgsbücher. So kann das weitergehen.


Harry Potter und der Feuerkelch
(Harry Potter and the Goblet of Fire)
GB/USA, 2005
Regie: Mike Newell
Mit: Daniel Radcliffe, Rupert Grint, Emma Watson, Michael Gambon, Ralph Fiennes u.a.
Verleih: Warner Bros.
157 Min.
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Artikel vom 12. November 2005

Weiterführende Links
- Die offizielle Seite: http://www.harrypotter.de
- Und auch auf IMDB wird gezaubert:

Harry Potter und der Feuerkelch

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