C6 MAGAZIN
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KINO 26.8.2004

König Arthur

Übertriebener Pathos und eine (zu) kalte Atmosphäre kennzeichnen das, alles in allem, leider enttäuschende Werk von "Training Day"- Regisseur Antoine Fuqua

© TOUCHSTONE
Das Bild, was wir uns immer von der Arthussage gemacht haben ist falsch, behauptet zumindest dieser Film zu Anfang. Arthus, oder hier Arthur, nebst seinen Rittern und der Tafelrunde lebten nämlich nicht im Mittelalter sondern im 6. Jahrhundert und waren im Dienste Roms zur Sicherung des Hadrianswalles tätig. Es sieht nämlich so aus, dass die Ritter, unter ihnen auch Lancelot vom römischen Reich zum 15-jährigen Militärdienst eingezogen wurden, weil ihre Väter mal irgendeine Schlacht verloren haben und ihnen dafür das Leben geschenkt wurde.

Nun sollen sie, der Wehrdienst ist abgeleistet, in die Freiheit entlassen werden und alle freuen sich bereits darüber. Arthur will nach Rom zurückkehren und seine Ritter in ihre Heimat. Da kommt jedoch ein Bischof aus Rom, der ihnen den Auftrag erteilt, eine Familie aus dem Norden des Landes, feindlicher Zone, zu eskortieren, auf dass sich dann die römische Flotte aus Britannien abzieht. Aus dem Norden nähert sich ein großes sächsisches Heer um Britannien einzunehmen. Bei dieser Aktion befreien sie dann noch Guinevere, die von dem zu eskortierenden Römer ob ihres Heidentums gefangen gehalten wird. Eine kleinere Schlacht und eine Desillusionierung später, ziehen die Römer ab, Arthur bleibt da, da nun auf seine britischen Wurzeln besonnen und stellt sich den Sachsen entgegen…

Große Vorbilder

Antoine Fuqua, den Meisten wohl bekannt durch "Training Day", bedient sich hier einiger Blockbuster der letzten Jahre. So fühlt man sich zum einen gerade in den Schlachtszenen an die "Herr der Ringe"-Trilogie (andere Anspielung: es kann kein Zufall sein, dass ein kleiner Junge über weite Strecken des Filmes mit einem Ring an einer Kette um den Hals herumläuft) und Troja erinnert. Die Uniformen und die Geschichte des unfair behandelten römischen Legionärs lassen hingegen an "Gladiator" denken.


© TOUCHSTONE
An all diese Filme reicht "Arthur" aber zu keinem Zeitpunkt heran. Der Film ist sehr kalt erzählt und damit ist jetzt nicht die Darstellung winterlicher Temperaturen gemeint, sondern die mangelnde Identifikation mit den Figuren. Diese war nämlich in den oben angesprochenen Filmen noch möglich, wohingegen man bei diesem Film einfach nur coole Männer sieht, die ein bisschen kämpfen, aber mehr auch nicht. Dadurch läuft der Film Gefahr schnell uninteressant zu werden. Man beschäftigt sich mit den Erinnerungen und Vergleichen mit den anderen Filmen bzw. stellt sich die Frage, ob Keira Knightley in dieser extrem knappen Bekleidung, die bei ein bisschen mehr Oberweite als sexuell extrem freizügig beschrieben werden müsste, nicht sehr gefroren haben muss. Auch das Pathos, das zu nicht wenigen Zeitpunkten von der Leinwand zu triefen scheint, nervt ab einem gewissen Punkt.

Die Darsteller indes tragen zu diesem Gesamteindruck bei. Clive Owens Arthur zum Beispiel bleibt wortkarg und verschlossen und wenn man seine Handlungen nicht versteht, ist es schwer, mit einem Protagonisten zu sympathisieren. Interessant erscheint Til Schweiger, ohne Haare, dafür aber mit Kinnbart nämlich auf Seite der Sachsen. Schauspielerisch erheitert er aber in der Rolle des Sohnes des Sächsischen Feldherrn nur mit einigen selten dämlichen Gesichtsausdrücken, mehr aber auch nicht. Positiv hervorzuheben ist Ray Winstone, der seinem Bors als einziger sympathische Züge verleiht.

Insgesamt ein übertrieben pathetischer und nur selten wirklich fesselnder Blockbuster, der viele Schlachten enthält, die man irgendwo anders schon einmal besser gesehen hat.
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Artikel vom 26. August 2004

King Arthur

Touchstone.
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Kommentare über Kino

amai am 14.10.2004:
also mir hat der film gut gefallen..mal davon abgesehn dass der kritiker hier wenig ahnung zu haben scheint..der film mag ja auch an andere filme erinnern.nur soll man denen rosa kleidchen anziehen damit es nicht ähnliche uniformen wie in troja sind?das is doch schwachsinnig den film mit troja oder herr der ringe zu vergleichen..herr der ringe war..sry einer der dümmsten filme die ich je gesehn hab..die schlachten.so sahen schlachten nunmal aus..wenn sie einen an etwas erinnern.ist der film doch nicht gleich schlecht."(andere Anspielung: es kann kein Zufall sein, dass ein kleiner Junge über weite Strecken des Filmes mit einem Ring an einer Kette um den Hals herumläuft)"auch quatsch..wenne ma genau hinschaust is dat kein ring sondern en stein annem lederband..das issen glücksbringer..und kein "zauberring"naja bevor ich sone kritik schreiben würd.würd ich mich genauer informieren..mfg amai
(sry für die komische sprache komm halt aussm ruhrpott..)


Tim am 14.09.2004:
Kann dem Kritiker nur beipflichten. Hab mich selten so geärgert 7,- Euro ausgegeben zu haben. Der Film ist wirklich in jeder Hinsicht schlecht und ich frag mich immer wieder, warum große Studios ausgerechnet für so einen Murks soviele Dollars locker machen.


Sir G am 11.09.2004:
mir hat der film gefallen.
Da es sowieso eine sage ist ,erzählt der regisseur nach seinem geschmack..


gaho am 06.09.2004:
zitat "Arthus, oder hier Arthur, nebst seinen Rittern und der Tafelrunde lebten nämlich nicht im Mittelalter sondern im 6. Jahrhundert.." wahrlich eine glanzleistung des verfassers, das mittelalter erstreckte sich vom 5 bis zum ende des 16 jahrhunderts. man möge dem kritiker ein, zwei semester geschichte spendieren.


gaho am 06.09.2004:
ich habe den film gesehen,
und hoffe das c6-magazin keine referenz der kritik darstellt.


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