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KINO 5.8.2004

Die drei Gesetze der Robotik

"I, Robot" bietet trotz Anleihen bekannter Science-Fiction-Filme gutes Popcorn-Kino mit, für einen Blockbuster dieser Größenodnung, ungewöhnlichem Anspruch.

© 20TH CENTURY FOX
Erstes Gesetz: Ein Robot darf einem Menschen keinen Schaden zufügen.
Zweites Gesetz: Ein Robot muss den Anweisungen eines Menschen Folge leisten, es sei denn dies steht mit dem 1. Gesetz in Konflikt
Drittes Gesetz: Ein Robot soll sich selbst verteidigen, es sei denn dies steht mit den ersten beiden Gesetzen in Konflikt.

Dies sind die von Isaac Asimov Mitte des letzten Jahrhunderts erdachten drei Gesetze der Robotik. Asimov ist einer der führenden, wenn auch relativ unbekannten, Science-Fiction Autoren mit dem Spezialgebiet: Roboter.

Und derart inspiriert, werden diese drei Gesetze in Alex Proyas Film zum ultimativen Verhaltenscode für die im New York des Jahres 2035 überall eingesetzten Robots (warum man das Wort nicht ins deutsche übersetzen konnte/wollte bleibt schleierhaft) erhoben. Diese Robots sind quasi moderne Heinzelmännchen, die alles für ihre Besitzer tun: Hunde Gassi führen, FedEx- Pakete zustellen oder durchs volle New York laufen, um der Besitzerin schnell die Handtasche mit dem Asthmaspray zu bringen.

Nur Einer traut der ganzen Sache nicht so ganz: Detective Del Spooner (Will Smith). So nimmt er dann zum Beispiel, zu Fuß die Verfolgung des eben angesprochenen Robots mit der Handtasche auf, weil er denkt, es handele sich hierbei um einen Taschendieb, nur um dann von der Besitzerin ausgeschimpft zu werden.

Der Grund für diesen Argwohn gegenüber diesen Robotern bleibt dem Zuschauer zunächst unklar und soll schließlich, nach einiger Verwirrung, erst zur Hälfte des Filmes enthüllt werden.

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Dort findet er ein Hologramm, in dem der Professor ihm notdürftig Fragen beantwortet, lernt sowohl den unsympathischen Konzernchef, der Bill Gates als reichsten Mann der Welt abgelöst hat, als auch die dafür umso sympathischere Susan Calvin (Bridget Moynahan), die ihm zur Seite gestellt wird, kennen und findet schließlich Sonny, einen Robot, der fast als Mensch durchgeht, hat er doch Träume und Emotionen.

Das bringt diesen Roboter natürlich direkt in Verdacht, aber Spooner kämpft da gegen Windmühlen. Die Story ist aber bei weitem nicht so einfach. Es steckt ein bisschen mehr dahinter. Spooner ist bewusst vom Professor ausgewählt worden, das Rätsel zu lösen, versucht tapfer weiter das Geheimnis aufzudecken und schließlich und auch erst dann, wenn es zur Revolution der Maschinen kommt, wird den anderen Menschen auch klar, dass diese drei Gesetze nicht die Sicherheit bieten, von der sie ausgegangen sind.

Natürlich fühlt man sich an einigen Stellen an andere Science-Fiction-Werke erinnert. Die Autos und die Stadt sehen zum Beispiel aus wie die bei Spielbergs "Minority Report" und ein ums andere Mal erinnert Will Smith an seine Rolle in "Men in Black", so zum Beispiel bei der oben angesprochenen Verfolgungsjagd. Und natürlich denkt man auch an "Matrix" und an die Beziehung zwischen Mensch und Maschine, wobei hier die Roboter anscheinend dem Menschen nichts Böses wollen.

Aber nichtsdestotrotz bietet dieser Film ungewöhnlich gutes Popcorn-Kino. Die Spezialeffekte sind gerade bei den Robotern sehr gut gemacht, haben diese doch, zum Beispiel im Falle von Sonny, extrem menschliche Züge und werden vom Zuschauer unbewusst als vollwertiges Cast-Mitglied akzeptiert und man empfindet in einer Szene, in der Sonny demontiert werden soll, durchaus Mitleid für diese… Maschine, wie einem dann bewusst wird.

Auch ungewöhnlich für einen Blockbuster dieser Größenordnung ist der Anspruch, den der Film sich größtenteils bewahrt und über weite Strecken durchaus ruhigere Bilder statt wilden Rumgeballers zeigt. Das ist dem Zuschauer auch irgendwann lieber, kann er sich so doch ein wenig in Ruhe mit der Thematik auseinandersetzen, die ja keine unspannende ist. Aber natürlich, man hätte es nicht anders erwartet, wird diese Ernsthaftigkeit bei jeder sich bietenden Gelegenheit durch coole Sprüche von Will Smith aufzulockern versucht.

Und auch die Tatsache, dass hier eine Liebesgeschichte als Nebenhandlung angedeutet wird, aber nie wirklich stattfindet, ist ungewöhnlich und als positiv zu bewerten.

Im Endeffekt ist dann auch die Geschichte schlüssig, muss man doch irgendwann erkennen, dass es keinesfalls so platt ist, dass der einzige Robotergegner Amerikas zufällig dann auch genau auf die tatsächliche Bedrohung durch die Roboter stößt, sondern, dass mehr dahinter steckt.

Insgesamt ein Blockbuster, der mehr bietet als gut aussehende Menschen und noch besser aussehende Special Effects. Für Science-Fiction Fans ein Muss, für alle anderen aber durchaus auch empfehlenswert.
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Artikel vom 5. August 2004

I, Robot

von Alex Proyas.
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