C6 MAGAZIN
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UNTERHALTUNG 21.7.2005

Blaue Männer erobern die Welt

Seit 1987 existiert die Blue Man Group und hat bereits nach wenigen Jahren und lediglich sechs Produktionen weltweit, Kultstatus erreicht. Jeden Tag wächst die Begeisterung um die drei blauen Männer, nicht zuletzt in Deutschland, wo 2004 die erste Show außerhalb der USA startete.
Die Show der Blue Man Group besteht aus Musik, Comedy und unzähligen anderen Elementen. Der Blue Man drückt seine Gfefühle durch eine Explosion von Farbe und Klang aus
© KEN HOWARD
Die Show der Blue Man Group besteht aus Musik, Comedy und unzähligen anderen Elementen. Der Blue Man drückt seine Gfefühle durch eine Explosion von Farbe und Klang aus
"Wir wollen, dass die Leute ins Theater kommen, ohne genau zu wissen, was passieren wird.", so Chris Wink. Zusammen mit Matt Goldman und Phil Stanton rief er 1987 in New York die Blue Man Group ins Leben. Der Wunsch wird Tag für Tag erfüllt, denn Tobias aus Pinneberg kann die Show selbst nach seinem Besuch, wie die meisten anderen Zuschauer auch kaum in Worte fassen: "Schwer zu beschreiben! Bunt, laut, mitreißend trifft es wahrscheinlich am besten! Einfach eine sehr gute Show!". Auch Matt Goldman gibt zu, dass die Frage, was die Show eigentlich ist "eine der schwierigsten Fragen sei", da diese eben "nicht in eine spezifische Kategorie eingeordnet werden kann."

Alles fing in der Weltmetropole New York an, wo sich die drei Macher zusammengetan haben und als Blue Man Group kleine Performances präsentierten. Schnell wurden diese miteinander verknüpft und die Show immer komplexer. Touristen, die genug vom Broadway hatten, begannen sich für sie zu interessieren und schon bald galt die Show als Geheimtipp für den New York-Besuch. "Wir wollten eine Show schaffen, die wir selbst gerne sehen würden.", erinnert sich Phil Stanton. Daraus geworden ist eine Show, die Millionen Menschen sehen wollen und somit jede Erwartung übertraf.

Die Gründer der Blue Man Group: Matt Goldman, Phil Stanton, Chris Wink (v.l.). 1987 begannen sie mit kleinen Projekten in New York das, was heute Millionen Menschen weltweit begeistert
© BLUE MAN GROUP
Die Gründer der Blue Man Group: Matt Goldman, Phil Stanton, Chris Wink (v.l.). 1987 begannen sie mit kleinen Projekten in New York das, was heute Millionen Menschen weltweit begeistert

Debüt-Album "Audio" hat Goldstatus

Bis zum Jahre 1991 traten die Gründer ohne Zweitbesetzung auf - ein harter Job doch es hat sich gelohnt. In diesem Jahr zog die Blue Man Group mit ihrer ersten Bühnenshow in das Astor Place Theatre in New York und erhielt sofort mehrere Auszeichnungen, wie zum Beispiel den Tony Award. Die Kategorie "Unique Theatrical Production" wurde extra geschaffen, um die Show auszuzeichnen. Musik macht die Blue Man Group auf 14 eigens entworfenen Polyvinylchlorid-Instumenten (PVC), die zusammengesteckt eine Länge von über 180 Metern aufweisen würden. Das Lied "Drumbone" hat sich als Publikumsliebling durchgesetzt und wird bei allen Shows gespielt.

Nach vier erfolgreichen Jahren in New York wurde die zweite Produktion in Boston eröffnet, Chicago folgte 1997. Alle Shows sind in den "eher entlegenen Stadtbereichen" zu finden - "außerhalb der Mainstream-Bereiche.", sagt Chris Wink. Im Jahr "2000 wurde es dann Zeit für uns, eine Show in Las Vegas in Erwägung zu ziehen." Im Spätsommer 2005 zieht diese vom Theater des Luxor Hotels mit 1200 Plätzen in das Venetian Hotel am anderen Ende des Strips, in dem extra für die Show ein Theater mit 1750 Plätzen erbaut wurde. Las Vegas wird Berlin somit um nur wenige Plätze überbieten und zumindest zeitweise zur größten Produktion weltweit werden.

Im Theater am Potsdamer Platz in Berlin eröffnete im Mai 2004 die erste Produktion der Blue Man Group außerhalb der USA
© KARSTEN J. KLEE
Im Theater am Potsdamer Platz in Berlin eröffnete im Mai 2004 die erste Produktion der Blue Man Group außerhalb der USA
Am 9. Mai 2004 war es dann endlich soweit und in Berlin startete die erste Show der Blue Man Group außerhalb der USA. "Für Berlin haben wir neue Szenen erarbeitet, für die wir eine völlig neue Technik entwickelten. Wir importieren keine Show aus den USA, die vorprogrammiert ist.", berichtet Chris Wink. Die Show in Berlin ist einzigartig, genau wie alle anderen auch. Sogar der ostdeutsche Ampelmann und das Brandenburger Tor spielen hier eine Rolle, ebenso, wie sich der Blue Man in Las Vegas über "einige Absurditäten der Popkultur lustig macht. Es ist wichtig, dass die Blue Men immer ein wenig aus ihrer anderen Welt mitbringen, aber auch immer das Flair des Ortes in ihre neue Show einbauen." Ihre Inspirationen erlangt das Team dank Stadtrundfahrten durch die neuen Heimatorte der Blue Men.

"Berlin ist sexy!"

Matt Goldman ist zufrieden mit Berlin als Wahl für die erste nicht-amerikanische Produktion: "Es ist eine emotionale Entscheidung. Berlin hat einfach eine phantastische Ausstrahlung als Stadt: Berlin ist irgendwie sexy, geheimnisvoll und mystisch." Gerne erinnert sich Phil Stanton noch an die Anfangszeit, in der viele Deutsche im Publikum saßen und immer wieder die Frage auftauchte, ob sie aus Deutschland seien. "Wir hatten immer das Gefühl, dass die Sicht der Dinge in Berlin unserer sehr ähnlich sein muss." Jedoch haben sie auch die Warnungen nicht vergessen. Chris Wink weiß es jedoch besser: "Die Deutschen seien überhaupt nicht mit den amerikanischen Zuschauern vergleichbar: steif und unemotional. Aber alle haben sich geirrt. Unser Erfolgsrezept ist, dass der Zuschauer in unseren Shows das Kind in sich wieder entdeckt. Bei uns verliert man alle Hemmungen. Das macht unsere Show jeden Abend zur größten Party der Stadt."

Für die Blue Man Group wurden extra PVC-Instrumente entworfen. Für jede Show stehen über 60 Trommeln und Rhytmusinstrumente zur Verfügung
© BRINKHOFF/MöGENBURG
Für die Blue Man Group wurden extra PVC-Instrumente entworfen. Für jede Show stehen über 60 Trommeln und Rhytmusinstrumente zur Verfügung
Die Blue Man Group hat das Ziel, mit dem Publikum verbunden zu sein. Laut Chris Wink ist die Kommunikation mit dem Publikum die Basis ihrer Arbeit. Matt Goldman beschreibt dies wie folgt: "Es ist sehr wichtig, dass es bei unseren Shows keine 'vierte Wand' gibt. Das gesamte Theater wird zur Bühne. Es gibt einige Momente, in denen Leute aus dem Publikum auf die Bühne kommen - aber nur dann, wenn sie es selbst wollen. Es kommt oft vor, dass die Blue Men in den Zuschauerraum gehen, die Wände hoch- und auf die Balkone klettern. Das jeweilige Publikum hat einen riesengroßen Einfluss darauf, wie die Show am Abend verläuft. Sie kann sehr unterschiedlich sein - immer abhängig von den Persönlichkeiten die im Publikum sitzen. Alles ist echt, und wenn jemand hustet oder etwas anderes passiert, reagiert der Blue Man darauf. Das kann den Moment verändern und die Show in eine völlig neue Richtung lenken. Das ist auch der Grund dafür, weshalb die Leute dazu neigen, immer wieder zu uns zu kommen - oft auch drei-, vier- oder fünfmal." Auch Tobias war so begeistert, dass er sich die Show sofort ein zweites mal ansehen würde, hätte er die Möglichkeit dazu.

Weltweit gibt es zur Zeit über 40 Blue Men, die Musiker der Live-Bands sind mit mehr als 60 Personen vertreten. In Berlin wechseln sich sieben Blue Men ab, fünf davon aus Europa. Die Darsteller haben die Chance die Stadt zu wechseln und für einige Zeit beispielsweise statt in Berlin, in Las Vegas das Publikum zu begeistern. Eins ist klar: die Show rockt und egal in welcher Stadt ist sie eine absolute Sensation. Gewiss werden weitere Produktionen folgen, die sechste eröffnete 2005 in Toronto, doch wie es in Europa weitergehen wird, ist noch streng geheim: "Dazu ist es noch zu früh", sagt Chris Wink.

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Artikel vom 21. Juli 2005

Weiterführende Links
- Blue Man Group : www.bluemangroup.de

Kommentare über Unterhaltung

Chrissy am 02.01.2007:
Super geschrieben, tolle Infos. Ich halte Referat über die Blue Man Group und habe hier viele Sachen gefunden! Danke!! Da hat meine Deutsch-lehrerin sicher nichts zu motzen. SUPER!!


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