C6 MAGAZIN
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BERICHT 5.6.2002

Aktion gegen Kindesmissbrauch im Netz

Mehr aus einem Zufall heraus ist die „Aktion gegen Kindesmissbrauch“ entstanden. Aus einem einfachen Trailer, den Herr Ingo Fock damals auf seiner Internetseite als Denkanstoß angebracht hat, wurde eine große Website, die Informationen über das Thema bereitstellt.
Das Logo des Verein in Gründung.
© HTTP://WWW.GEGEN-MISSBRAUCH.DE
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Aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kamen Anfragen, die Zugriffszahlen auf seine Seiten stiegen an. Es scheint auch heute noch ein Mangel an Informationen zum Thema Missbrauch und Kinderpornografie zu geben. Deshalb entschlossen sich Herr Fock und seine ehrenamtlichen Helfer, eine Aufklärungsseite zu gestalten. Neben allgemeinen Informationen und Definitionshinweisen stehen dem Besucher eine Reihe von nützlichen Hinweisen zum Umgang mit dem Thema, aber auch der Polizei bereit. Sogar eine Fachpublikation von Isabell Schmallofyky ist auf den Seiten nachzulesen.

Das Team besteht aus Ingo Foch, selbst Überlebender, Isabell Schmallofsky, einem Teleanwalt und einem Göttinger Anwalt. Sogar einige Privatpersonen haben sich gemeldet, um ehrenamtlich mitzuhelfen. Ziel ist es, einen eigenen Verein zu gründen, und eine Ergänzung zu den schon vorhandenen Angeboten zu bieten. Schwerpunkte der Arbeit sind unter anderem, die Aufklärung in Kindergärten und Schulen voranzutreiben, es durchzusetzen, sogenannter Videovernehmungsräume bei Aussagen vor Gericht einzurichten, um es den Opfern zu ersparen, ihren Peinigern nochmals ins Gesicht sehen zu müssen.

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Spendenkonto
Ingo Fock Postbank Hannover Konto: 90856308 BLZ: 25010030 [Bitte geben Sie als Verwendungszweck: "www.gegen-missbrauch.de" an.]
    
 
Bei ihren Recherchen für ihre Facharbeit bekam Frau Schmallofyky zu der Frage, was zur Zeit gegen solche Seiten unternommen wird, keinerlei aussagekräftigen Informationen von den Internetanbietern. In solchen Fällen wird gerne auf Datenschutz und erheblich technische Schwierigkeiten bei der Umsetzung hingewiesen. Selbst die Staatsanwaltschaft ist machtlos. So wurden die Anzeigen von Herrn Fock gegen Yahoo Deutschland mit dem Hinweis auf das Teledienstgesetz nicht weiter verfolgt oder eingestellt. Das ist passiver Täterschutz.

Die tägliche Arbeit umfasst etwa zwei bis drei Stunden täglich. Auch werden immer wieder die Chats und Foren auf der Seite kontrolliert, um auszuschließen, dass sich Pädophile dort einschleichen. Es ist eine Seite für Überlebende und ihre Angehörigen, nicht für Täter, die sich an dem Leid der Betroffenen aufgeilen wollen! Es soll den Überlebenden gezeigt, dass es auch ein Leben nach dem Missbrauch gibt, auch wenn die Narben ein Leben lang zu spüren sind. Die Aktion ist ein langfristiges Projekt. In den Medien wird zu selten über das Thema berichtet. Wenn ein besonders schwerer Fall von Missbrauch aufgedeckt wird, werden Stimmen laut, die nach Gesetzesänderung und harten Strafen für die Täter rufen. Danach verstummt die Diskussion wieder.

"Es ist wichtig, die Menschen für die Thematik zu sensibilisieren. Je besser die Leute informiert sind, desto schwerer wird es für Täter, an neue Opfer zu kommen. Das gilt ganz besonders für Eltern." Wenn sich die Arbeit von Herrn Fock und seinem Team auch manchmal als schwierig gestaltet, und er mit Drohanrufen von Pädophilen zu kämpfen hat, sieht er deutliche Erfolge in seiner Arbeit. Er arbeitet nach dem Motto: "Wenn wir mit unserer Arbeit einem Kind die Erfahrungen des sexuellen Missbrauchs ersparen können, hat sich unsere Arbeit gelohnt".

Beispielsweise ist es dem Team gelungen, einer Überlebenden, die sich über die Internetseite gemeldet hat, aktiv zu helfen. Die Opfer müssen erst einmal realisieren, dass sie keine Schuld an dem Missbrauch haben, und sie selbst nichts Unrechtes getan haben. Täter bezeichnen es als "einvernehmlichen Missbrauch". Somit bürden sie ihren Opfern die alleinige Verantwortung auf. Wie krank muss man sein, zu behaupten, von einem Kind oder Säugling verführt oder "angemacht" worden zu sein?

Deshalb ist es auch ein Anliegen von der "Aktion gegen Kindesmissbrauch", dass die Überlebenden als Opfer nach dem Opferentschädigungsgesetz als solche auch anerkannt werden. In 90 Prozent der Fälle ist das nicht so. Bei den übrigen ist es ein ziemlich langwieriger und demütigender Vorgang. Das Projekt wird komplett aus eigener Tasche finanziert. Das Team sucht nach Sponsoren, die ihre Sach- und Dienstleistungen zur Verfügung stellen können. Es ist zum Beispiel ein moderiertet Chat geplant, der es Überlebenden ermöglicht, Fragen an fachlich qualifiziertes Personal richten können.

Auch Geldspenden sind willkommen. Denn neben dem Arbeitsaufwand bedeutet die Durchführung so eines Projekts auch eine erhebliche finanzielle Belastung. Aus diesem Grund konnten bisher auch keine Info-Broschüren und Bücher erscheinen. Auf der Seite www.gegen-missbrauch.de gibt es die Möglichkeit sich weiter zu informieren. Die Seite ist sehr übersichtlich gegliedert und benutzerfreundlich angelegt.
rk
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Artikel vom 5. Juni 2002

Weiterführende Links
- Aktion gegen Kindesmissbrauch: www.gegen-missbrauch.de

Kommentare über Bericht

paint am 07.05.2005:
Ich haße missbrauch!!Ich habe dies schon selbst erlebt im sexuellen.Ich haße jeden Menschen der ein kind soo quält!!


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